Kiel

Dea sieht keine Umweltrisiken bei zusätzlicher Ölförderung

Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Der Erdölkonzern Wintershall Dea sieht in seinem Antrag für eine zusätzliche Förderbewilligung im Nationalpark Wattenmeer keine Umweltrisiken. «Es sind keinerlei Auswirkungen auf Nationalpark und Weltnaturerbe zu erwarten», sagte Konzernsprecher Derek Mösche in Hamburg. Denn die unterirdische Erschließung in 2000 bis 3000 Metern werde von der künstlichen Bohr- und Förderinsel Mittelplate vor Büsum durchgeführt, von der seit 32 Jahren störungsfrei Öl gefördert werde. Mittelplate hat laut Dea noch um die 17,8 Millionen Tonnen Ölreserven, das sind über 60 Prozent der deutschen Gesamtreserven.

Bei dem neuen Antrag handle es sich lediglich darum, die bekannten Reserven im südlichen Zipfel der nachgewiesenen Lagerstätte zu erschließen. Dieser Zipfel liege knapp außerhalb der Fläche, für die bis 2041 eine Bewilligung bestehe. Mittelplate sei international anerkannt als Musterbeispiel für eine umweltgerechte Ölförderung.

Dagegen bekräftigte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) seine Ablehnung. Er habe starke Zweifel, dass eine Genehmigung mit dem Nationalparkgesetz vereinbar sei, sagte Albrecht der Deutschen Presse-Agentur. Denn es beschränke die Förderung auf die Mittelplate und sehe keine Erweiterung vor. «Ich persönlich lehne jede neue Förderung von Öl im Watt ab.» Am Ende werde nach Recht und Gesetz entschieden. Die Entscheidung liege letztlich beim Bergamt.