Karlsruhe

Drei Iraker wegen Terrorplänen in Hamburg vor Gericht

Hamburg (dpa/lno) - Gegen drei Iraker aus dem Kreis Dithmarschen, die einen islamistisch motivierten Terroranschlag vorbereitet haben sollen, beginnt am Montag in Hamburg der Strafprozess. Zwei der Angeklagten müssen sich vor dem 4. Strafsenat (Staatsschutzsenat) des Hanseatischen Oberlandesgerichts wegen des Vorwurfs der gemeinschaftlichen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und des unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen verantworten, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Der dritte Angeklagte soll ihnen bei den Vorbereitungen geholfen haben (Aktenzeichen: 4 St 1/19). Alle drei Männer waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Die Männer waren Ende Januar in Schleswig-Holstein im Kreis Dithmarschen festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die beiden jüngeren, 23 Jahre alten Männer sollen den Anschlag seit Ende November 2018 geplant haben. Am 30. Januar 2019 waren sie festgenommen worden.

Den Mitteilungen der Behörden zufolge unternahmen die Drahtzieher erste Sprengversuche mit Schwarzpulver aus Silvesterböllern. Über den dritten Angeklagten, einen 36-Jährigen, wollten sie den Angaben zufolge außerdem eine Schusswaffe besorgen - «um eine möglichst große Anzahl von Menschen nichtmuslimischen Glaubens zu töten oder zu verletzen». Das angebotene Modell sei dem Mittelsmann dann aber zu teuer gewesen. Für den Anschlag sei der Einsatz von zehn Kilogramm des Sprengstoffs TNT und eines Fahrzeugs erwogen worden. Zur weiteren Vorbereitung nahmen die beiden Jüngeren Theoriestunden in einer Fahrschule.

Für den Prozess sind zehn weitere Verhandlungstage bis zum 6. Dezember terminiert.