Hamburg

Entschädigungen: Mehr Fluggäste in Hamburg vor Gericht

Hamburg (dpa/lno) - Nach verspäteten oder abgesagten Flügen zieht es immer mehr Reisende in Hamburg vor Gericht. Die Klagen in Fluggastrechtesachen gegen Fluggesellschaften haben seit 2017 in Hamburg zugenommen, sagte ein Sprecher der Hamburger Amtsgerichte der Deutschen Presse-Agentur. Das Gericht gehe für 2017 von schätzungsweise 1500 Verfahren und für 2018 von rund 2800 Verfahren aus. In 2019 könnten es nach entsprechenden Schätzungen 4000 werden, ergänzte der Sprecher. Sie würden bei den allgemeinen Zivilstreitigkeiten erfasst, aber in keiner eigenen Statistik geführt, so dass nur Schätzungen möglich seien.

Auffällig ist den Gerichtsangaben zufolge, dass Passagiere sich vermehrt an sogenannte Rechtsdienstleister wenden, die dann im eigenen Namen Entschädigungen einfordern. Dementsprechend steige die Anzahl der von Rechtsdienstleistern erhobenen Klagen stärker an als die von Passagieren selbst erhobenen Klagen, sagte der Gerichtssprecher. Zahlen hierzu lagen nicht vor. In Hessen hat der Richterbund vor einer zu großen Belastung durch Fluggastklagen gewarnt.

Beim Ausfall eines Fluges oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden steht Reisenden nach EU-Recht eine Entschädigung zu - je nach Flugdistanz 250 Euro, 400 oder 600 Euro. Die Annullierung oder Verzögerung darf aber nicht auf einen sogenannten außergewöhnlichen Umstand zurückgehen. Dieser befreit von der Zahlungspflicht. Nach EU-Recht muss eine Fluggesellschaft ihre Passagiere über ihre Rechte informieren und bei Reiseveränderungen stets betreuen.