Hamburg

Hamburg prüft saarländisches Urteil zu Tempo-Blitzgerät

Hamburg (dpa/lno) - Ein Urteil des saarländischen Verfassungsgerichts zu einer Blitzeranlage könnte auch Auswirkungen auf Geräte gleichen Typs an Hamburger Straßen haben. «Gegenwärtig analysieren wir das Urteil aus dem Saarland und prüfen, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind», sagte ein Sprecher der Innenbehörde am Donnerstag. Wie lange das dauere, sei noch unklar. Die relativ neuen Geräte seien vorerst aber weiter in Betrieb.

Die Richter in Saarbrücken hatten entschieden, dass die vom Blitzgerät Traffistar S350 gemachten Temposünder-Fotos nicht verwertbar seien. Das Gericht hob mit seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil Entscheidungen des Amtsgerichts Saarbrücken sowie des Saarländischen Oberlandesgerichts auf. Ein Fahrer, der innerorts mit 27 Stundenkilometern zu viel erwischt worden und eigentlich 100 Euro zahlen sollte, feierte damit einen beachtlichen juristischen Erfolg.

In Hamburg sind nach Angaben der Innenbehörde sechs der 34 festinstallierten Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen vom gleichen Gerätetyp. Auch zwei der vier anhängerbasierten Blitzer sind Traffistar des Herstellers Jenoptik.

Die sechs stationären Anlagen an der Bergedorfer Straße (2), der Bramfelder Chaussee (2), der Kollaustraße und der Stader Straße erfassten im vergangenen Jahr gut 90 000 Temposünder. Diese mussten knapp 1,9 Millionen Euro an Bußgeldern zahlen, wie aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht. Am ertragreichsten war der Blitzer in Höhe der Stader Straße 24 in Hamburg-Heimfeld. Mit knapp 25 000 Blitzen brachte er mehr als 516 000 Euro ein.