Hamburg

Hamburg rüstet sich vor Sturmfluten: Deicherhöhung läuft

Hamburg (dpa/lno) - Der Klütjenfelder Hauptdeich im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg war bei der verheerenden Sturmflut 1962 an mehreren Stellen gebrochen. Nun ist er im Zuge des Deicherhöhungsprogramms erneut aufgestockt worden. Den neuen Abschnitt will Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) heute freigeben. Der Deich gehört zur etwa 103 Kilometer langen Hauptdeichlinie Hamburgs und ist der erste Abschnitt des Wilhelmsburger Ringdeichs, der in den nächsten Jahren sukzessive an die zu erwartenden klimabedingten Veränderungen angepasst werden soll, wie die Umweltbehörde mitteilte.

Bei der Flutkatastrophe 1962 waren nach Angaben der Behörde in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 222 Menschen ums Leben gekommen. Seitdem war die Hauptdeichlinie bis 2017 um rund 2,50 Meter erhöht worden. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg lebten derzeit mehr als 50 000 Menschen in besonders von Sturmfluten gefährdeten Bereichen, berichtete die Behörde.

Das laufende Bauprogramm Hochwasserschutz ist auf voraussichtlich 20 Jahre angelegt und mit 550 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Nach Abschluss aller Maßnahmen werden 78 Kilometer Deiche und 25 Kilometer Hochwasserschutzwände durchschnittlich um 80 Zentimeter erhöht sein. Ende 2017 war auf der Veddel der erste Deichabschnitt des Bauprogramm auf einer Länge von 200 Metern erhöht worden. Im nächsten Jahr sollen der Harburger Hauptdeich sowie der Reiherstieg und der Buschwerder Hauptdeich folgen.