Hamburg

Ehrgeiziger Plan: HHLA will bis 2040 klimaneutral werden

Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger Hafenkonzern HHLA will bis 2040 klimaneutral werden. Bereits bis 2030 werde die HHLA die CO2-Emissionen des Unternehmens gegenüber dem Jahr 2018 halbieren, kündigte die Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath am Montag in Hamburg an. Das wären rund 100 000 Tonnen CO2 jährlich, die der Konzern einsparen müsste. Nachhaltigkeit sei ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, sagte Titzrath. «Die HHLA will nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein, sondern ist sich auch ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst.» In den Investitionsplänen der HHLA von rund einer Milliarde Euro innerhalb von fünf Jahren sei ein Teil für die Nachhaltigkeit vorgesehen, den die Vorstandschefin jedoch nicht näher beziffern wollte.

Bereits 2018 habe das Umschlag- und Logistikunternehmen vorzeitig das selbstgesteckte Ziel erreicht, den spezifischen CO2-Ausstoß je Container um 30 Prozent zu senken. Dazu beigetragen haben die Elektrifizierung von Terminals, mehr Öko-Strom und ein vermehrter Einsatz der Bahn beim Containertransport. Auf diesem Weg will die HHLA weitergehen sowie weitere Potenziale für eine klimafreundlichere Logistik erschließen. Das Container-Terminal Altenwerder sei bereits klimaneutral. Getestet werden nun Hybrid-Van-Carrier auf den Terminals Burchardkai und Tollerort, Elektro-Zugmaschinen in Altenwerder sowie autonom fahrende Lkw.

Bis zum Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme ITS im Herbst 2021 soll auch versuchsweise eine kurze Hyperloop-Transportröhre im Hamburger Hafen installiert sein. Das Problem der hafeninternen Umfuhren sei im Hamburger Hafen weitgehend durch Schiffsverkehre (Feeder) gelöst, sagte Titzrath. Es würden lediglich 100 000 bis 150 000 Standardcontainer (TEU) jährlich per Lkw im Hafen umgefahren. Das betreffe vor allem Container ohne Zugang zum Wasser.

Dem widersprach der HHLA-Kritiker und Hafenexperte Ulrich Malchow, der sich für ein alternatives Transportsystem mit einer Barge mit eigenem Kran einsetzt. Er verwies auf eine internes Papier der Hafenbehörde HPA von 2016, nach dem 1,1 Millionen TEU im Hafen umgefahren werden, deren Ziel und Quelle in Wassernähe liegen. Davon könnten theoretisch mehr als 400 000 TEU auf das Wasser verlagert werden.

Titzrath betonte, durch Maßnahmen zum Klimaschutz dürfe nicht die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens beeinträchtigen. Von den Reedereien würden die Initiativen der HHLA jedoch mit positiver Offenheit aufgenommen. Große Kunden der Reedereien, wie zum Beispiel Hersteller und Händler von Konsumartikeln, wollten ebenfalls klimafreundliche Transport- und Logistikketten, um nachzuweisen, dass bei Produktion und Transport der Produkte keine übermäßigen CO2-Emissionen anfallen.