Hamburg

Hamburger verbrauchen mehr Wasser: Mehr Pools

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger verbrauchen wieder mehr Wasser. Neben einer wachsenden Bevölkerung und Hitzerekorden hat auch die Corona-Pandemie laut einer am Donnerstag vom Hamburg Wasser vorgestellten Studie dazu beigetragen. So habe sich etwa die Zahl der Pools in der Stadt in Pandemiezeiten verdoppelt, sagte Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von Hamburg Wasser. Um sie zu befüllen, müssten bei einem monatlichen Wasserwechsel allein etwa sechs Prozent der jährlichen Trinkwasserabgabe an die Haushalte aufgewendet werden. In den vergangenen sechs Jahren sei der Trinkwasserverbrauch in Hamburg pro Kopf und Tag von 139 auf 144 Liter gestiegen.

Für die Studie, die das ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung - wissenschaftlich begleitet hat, wurden vom 6. bis zum 20. Juni 1002 in Hamburg wohnende Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren online befragt. Vier von zehn Haushalten gaben demnach an, dass ihr Wasserverbrauch während der Pandemie gestiegen sei. Als Gründe hätten vor allem jüngere Hamburger angeführt, dass sie insbesondere durch Homeoffice und Homeschooling häufiger zu Hause waren als üblich und deshalb durch häufigeres Händewaschen, Kochen oder Putzen mehr Wasser benötigt hätten.

Da coronabedingt weniger gereist worden sei, hätten viele Menschen in die Aufwertung des eigenen Zuhauses investiert, sagte Leroy. Neben der Anschaffung von Pools hätten auch immer mehr Menschen Regenduschen in ihren Badezimmern, was sich ebenfalls auf den Verbrauch auswirke, «weil ein Regenduschkopf ungefähr drei Mal so viel Wasser verbraucht wie ein normaler Duschkopf». 43 Prozent der Befragten gaben an, einen Regenduschkopf zu besitzen.

Unterschiede beim Verbrauch zeigten sich in den verschiedenen Altersgruppen. «Wir sehen in der Umfrage, dass Jüngere auch auf individueller Ebene einen höheren Verbrauch haben als Ältere: So duschen und baden sie nicht nur merklich häufiger, sondern auch deutlich länger», sagte Stefan Liehr vom ISOE. Gut drei Viertel der Befragten halten es aus ökologischen Gründen für notwendig, Wasser zu sparen. Jedoch glauben 80 Prozent der 65- bis 79-Jährigen, dass sie ihr Sparpotenzial bereits voll ausgeschöpft haben. Bei den 18- bis 39-Jährigen denkt das nur gut die Hälfte (55 Prozent).

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