Hamburg

HSV-Sportchef plant keine Nachverpflichtung

Hamburg (dpa/lno) - Die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV planen trotz des langen Ausfalls von Rechtsverteidiger Jan Gyamerah vorerst keine Nachverpflichtung. Sportvorstand Jonas Boldt sieht den Kader des Tabellenführers «breit genug aufgestellt» und will daher darauf verzichten, einen arbeitslosen Profi, der auch zwischen den Transferperioden unter Vertrag genommen werden dürfte, zum HSV zu holen. «Die Tendenz geht zurzeit dahin, dass wir nichts machen werden», betonte der 37 Jahre alte Sportchef am Donnerstag.

Stattdessen soll Gyamerah, der wegen eines am Mittwoch im Training erlittenen Wadenbeinbruchs schon operiert worden ist, aus den eigenen Reihen ersetzt werden. Umso wertvoller ist daher im Nachhinein die am Schlusstag der Transferperiode getätigte Verpflichtung von Martin Harnik. Denn der rechts offensiv gesetzte Khaled Narey könnte bereits am Montag (20.30 Uhr) im Derby beim FC St. Pauli auf Gyamerahs Position rechts in der Vierer-Abwehrkette zurückgehen - und der Ex-Bremer Harnik dessen Posten in vorderster Front übernehmen.

«Der Transfer von Martin erweist sich nun als ganz wichtig für uns und ergibt noch einmal mehr Sinn», sagte Boldt dem Fachmagazin «kicker» (Donnerstag) über den bis zum Sommer 2020 mit Kaufoption ausgeliehenen Angreifer. Aber HSV-Trainer Dieter Hecking, der am trainingsfreien Donnerstag seinen 55. Geburtstag feierte, hat weitere Optionen, um den 24 Jahre alten Pechvogel Gyamerah zu ersetzen: Auch der vom FC St. Pauli gekommene Defensiv-Allrounder Jeremy Dudziak und Eigengewächs Josha Vagnoman sind Kandidaten als Rechtsverteidiger. In den bisherigen sechs Saison-Pflichtspielen war dort stets der in diesem Sommer vom VfL Bochum geholte Gyamerah zum Einsatz gekommen.