Hamburg

Kaimauersanierung bringt Barkassen-Eignern Finanzhilfen

Hamburg (dpa/lno) - Für die Kaimauersanierung in Hamburgs historischer Speicherstadt ist ein Ausgleich für die traditionelle Barkassen-Schifffahrt gefunden worden. In einem auf zehn Jahre angelegten Förderprogramm können Barkasseneigner Zuschüsse von bis zu 60 000 Euro je Schiff für Umbaumaßnahmen beantragen, wie die Finanzbehörde am Dienstag mitteilte. Weil die alten Kaimauern für ihre weitere Standfestigkeit saniert werden, müssen Fleetsohlen angehoben werden, was wiederum die Durchfahrtshöhe unter den Brücken bei Hochwasser verringert. Dadurch würde für die Barkassen-Führer die Zeit reduziert, in der sie durch die Fleete fahren können.

Im vergangenen Jahr hatten die Kleinunternehmer heftig protestiert, weil sie aufgrund kürzerer Fahrzeiten massive Einnahmeverluste aus ihrem Tourismusgeschäft befürchteten. Die Behörde holte sie aber wieder ins Boot und fand nun im Dialog die Finanzlösung. Mehr als ein Dutzend Barkassenfirmen fahren mit fast 100 Booten täglich durch die Kanäle.

Durch Umbauten können die Eigner ihre Schiffe für längere Fahrtzeiten nun flott machen. So könne durch absenkbare Ruderhäuser oder durch die Vergrößerung des Tiefgangs über den Einbau von Ballasttanks eine zeitlich längere Schiffbarkeit für bestehende Barkassen gewährleistet werden, teilte die Behörde mit. Durch das Förderprogramm könnten die Herausforderungen bei der Ertüchtigung der historischen Schiffe angegangen werden, sagte der Vorstand des Hafenschifffahrtsverbandes und Inhaber der Barkassen-Centrale, Klaus Ehlers. «Dringend notwendig ist jedoch auch die Änderung der Bauvorschriften für Neubauten.»

Die Kaimauern der Speicherstadt (2,6 Kilometer) und des Zollkanals (1,6 Kilometer) sollen für rund 190 Millionen Euro von 2020 bis 2024 saniert werden. Ziel ist, die Standfestigkeit der Mauern für die nächsten 50 bis 80 Jahre zu sichern. Die Speicherstadt wurde zwischen 1885 und 1927 auf tausenden Holzpfählen gegründet. Die wesentlichen Bauabschnitte sollen von Mitte 2020 an in Angriff genommen werden.

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) freute sich über eine «für alle Beteiligten gut vertretbare Lösung». «Die Barkassen gehören zur Speicherstadt, sie werden diesen besonderen Ort auch zukünftig prägen», ist sich Dressel sicher. Wenn die Fleete «wirklich nur maximal um einen Meter angehoben werden» und die Fahrrinne regelmäßig unterhalten werde, «können wir auch weiterhin Gäste mit den beliebten Barkassen durch Hamburgs schönste Ecken fahren», ergänzte Gregor Mogi, Inhaber der Maritimen Circle Line.