Hamburg

Linke: 10 Jahre nach Chantals Tod Konsequenzen unzureichend

Hamburg (dpa/lno) - Zehn Jahre nach dem Tod des Hamburger Pflegekindes Chantal an einer Überdosis Methadon reichen die Konsequenzen des Senats nach Ansicht der Linksfraktion noch immer nicht aus. «Das Schicksal von Chantal wie auch das der anderen zu Tode gekommenen Kinder ist nach wie vor sehr präsent», sagte Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus der Deutschen Presse-Agentur. Aus ihrer Sicht sind die politischen Antworten bislang aber unzureichend. Weiterhin sei etwa Personalmangel ein großes Thema bei den Jugendämtern. «Der Senat hat da nachgebessert, aber die Fluktuation ist immer noch enorm.»

Die elfjährige Chantal war am 16. Januar 2012 gestorben. Die Heroin-Ersatzdroge war für ihre Pflegeeltern gedacht. Viele schwere Fehler des Jugendamtes wurden danach bekannt. Die Sozialbehörde ergriff zahlreiche Maßnahmen und ein Sonderausschuss arbeitete die Ereignisse auf. Zudem machte eine Enquetekommission zur Stärkung des Kinderschutzes viele Vorschläge.

«Daraus haben wir eine lange Liste von Maßnahmen, sozusagen Hausaufgaben, die wir abarbeiten», sagte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Viele seien schon umgesetzt, wie etwa die Stärkung der Zusammenarbeit von Jugendämtern und Familiengerichten, aber längst nicht alle. «Das wird uns noch über viele Jahre begleiten.» Auch weil manche Maßnahme langjährige Umstellungsprozesse mit sich bringe.

Beim Thema Personal im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) in den Jugendämtern betonte die Senatorin: «Es ist erforderlich, dass ausreichend Personal zur Verfügung steht. Dafür haben wir zuletzt 2019 im Rahmen einer Personalbemessung mehr Stellen im ASD geschaffen.» Der nächste Durchgang sei für 2022 geplant.

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