Hamburg

Medien: HSV droht neuer Machtkampf - Jansen im Mittelpunkt

Hamburg (dpa/lno) - Dem Fußball-Zweitligisten Hamburger SV droht nach Medienberichten ein neuer Machtkampf. Demnach soll es im Präsidium des HSV e.V. einen Riss zwischen Präsident Marcell Jansen sowie dessen Vize Thomas Schulz und Schatzmeister Moritz Schaefer geben. Hintergrund sei der Streit um die künftige Ausrichtung der HSV Fußball AG und die bevorstehende Nachbesetzung des Aufsichtsrats, berichten die «Bild», das «Hamburger Abendblatt» und die «Hamburger Morgenpost» in ihren Mittwoch-Ausgaben.

Ex-Nationalspieler Jansen (35) war vor gut zwei Jahren als Nachfolger von Bernd Hoffmann in das Amt des HSV-Präsidenten gewählt worden. Schulz und Schäfer, die zuvor im «Team Hoffmann» angetreten waren, blieben in ihren Ämtern. Jansen übernahm einen Platz im Aufsichtsrat der AG, während Hoffmann selbst an die Spitze des Vorstandes rückte. Im März 2020 wurde er vom Kontrollgremium auch mit der Stimme Jansens abberufen.

Daraufhin zogen sich Schulz und in Max-Arnold Köttgen ein weiterer Hoffmann-Befürworter aus dem Aufsichtsrat zurück. «Dass dann so ein Austritt aus dem Kontrollgremium und damit auch dem Finanzausschuss aufgrund der Vorstandsentscheidung erfolgte, in der schwierigsten Zeit der Vereinsgeschichte, das kann ich bis heute nicht verstehen», kritisierte Jansen im «Abendblatt» und der «Morgenpost» den Schritt von Schulz.

Die folgende Rolle des Unternehmers Schulz bezeichnet die Zeitung als «eine Art außerparlamentarische Ein-Mann-Opposition». Moritz Schaefer wurde jüngst vom Vereinsbeirat nicht als Nachrücker-Kandidat für einen der beiden Aufsichtsratsplätze zugelassen. Der Beirat wählte aus den sechs Vorschlägen Banker Hans-Walter Peters und die Adidas-Aufsichtsrätin Kathrin Menges als Kandidaten aus.

Während sich weder Schulz noch Schaefer öffentlich äußerten, sagte Jansen in der «Bild»: «Es hat weder einem Fußballclub im Allgemeinen noch dem HSV im Besonderen gut getan, wenn Einzelne die Strategie stur vorgegeben haben und ihre persönlichen Anliegen durchbringen wollten. Meine Vision ist es, einen vereinten HSV zu sehen.»