Hamburg

Museum will Denkanstöße zu kontroversem Thema geben

Hamburg (dpa) - Was ist Heimat? - Dieser schwierigen Frage widmet das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg eine Ausstellung. «Nur wenige Begriffe sind emotional so aufgeladen, politisch wie kommerziell so instrumentalisiert, sentimental so besetzt und so subjektiv wie dieser», sagte Kuratorin Amelie Klein am Donnerstag in Hamburg. Die eine, für alle Menschen gleichermaßen gültige Definition von Heimat gäbe es nicht. Nicht nur darum trage die Ausstellung, die noch bis zum 9. Januar 2022 zu sehen ist, den Titel «Heimaten», einen Plural, der im alltäglichen Sprachgebrauch noch ungewohnt, aber in seiner Bedeutung dringend notwendig sei.

Statt Antworten werden jedoch Fragen gestellt. Jedes der rund 150 Exponate - von der antiken Keramik bis zum Computerspiel - ist einer von sieben Hauptfragen zugeordnet und soll dem Publikum als Denkanstoß und Diskussionsstoff dienen. Zu sehen sind unter anderem Plakate aus den 1920ern Jahren, Trachten, Möbel- und Produktdesign bis hin zur App. Eine reich geschnitzte Tür aus Kaliningrad (um 1600) etwa führt in eine weit entfernte Heimat im Königsberg der Vergangenheit. Ein Schulheft aus dem Jahr 1938 und die dazugehörende Graphic Novel der US-Deutschen Nora Krug (2018) zeigen die nicht immer konfliktfreie Heimat, die die eigene Familie darstellt.

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