Molfsee

Naturschützer bitten um Tierschutz beim Osterfeuer

Flintbek/Hamburg (dpa/lno) - Bald lodern sie wieder: Osterfeuer gehören für viele Menschen untrennbar zum Frühjahr. Die Funken stiebenden Holzstöße sollen seit Jahrhunderten den Winter vertreiben und den Frühling einläuten. Als sogenannte Frühlingsfeuer wurden sie bereits in vorchristlicher Zeit für Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste entzündet.

Feuer zu Ostern sind erst seit 1250 Jahren belegt. Sie werden bis heute in zahlreichen Gemeinden in Schleswig-Holstein und Hamburg gefeiert. An ihnen werden an vielen Orten festlich verzierte Osterkerzen entzündet, die dann in die noch dunklen Kirchen und später auf den Friedhof getragen werden, um so die Auferstehung Jesu zu symbolisieren - den Sieg über den Tod.

Für viele Tiere können die Flammen jedoch schnell zum Scheiterhaufen werden, warnen Naturschützer. Igel, Mäuse, Kröten, Vögel, Insekten und Spinnen nutzen Holzstöße als Unterschlupf, sagte Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Einige Tiere halten noch Winterschlaf, andere wie Zaunkönig und Rotkehlchen bereiten sich auf das Brutgeschäft vor. «Viele Vogelarten bauen ihre Nester nicht nur in Hecken und Bäumen, sondern auch in angelegten Reisighaufen.»

Ältere Holzhaufen aus dem Vorjahr sollten daher möglichst gar nicht erst angerührt werden. Neu aufgeschichtete Stapel sollten am Tag des Anzündens vorsichtig umgeschichtet werden, mahnen die Tierschützer: Wichtig ist dabei, den Haufen komplett umzuschichten. «Damit die Tiere auch wirklich flüchten und nicht als «lebende Fackeln» enden», sagte Schmidt. Am besten sei, den Stapel erst kurz vorher aufschichten.

Auf private Osterfeuer im heimischen Garten sollte man wegen des späten Ostertermins in diesem Jahr jedoch verzichten, ergänzte die Tierschutzbeauftragte des Kieler Umweltministeriums, Katharina Erdmann. «Viele Vogelarten bauen ihre Nester nicht nur in Hecken und Bäumen, sondern auch in angelegten Reisighaufen.» Oft seien sie bereits mitten im Brutgeschäft. «Dann kann auch das Umschichten zum Schaden führen.»

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts DWD wird Ostern im Norden warm. Bereits am Freitag kann das Thermometer die 20-Grad-Marke erreichen. Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Tage schürt jedoch die Gefahr von Bränden in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Der DWD stuft in seinem Feuerindex am Osterwochenende die Gefahr eines Flächenbrandes auf Stufe 3 ein. Das entspricht einer mittleren Gefahr. Für Waldbrände besteht in einigen nördlichen Teilen Schleswig-Holsteins jedoch mit Gefahrenindex 2 nur eine geringe Gefahr.

Der Landesfeuerwehrverband erinnerte in dem Zusammenhang an das absolute Verbot für offenes Feuer und das Rauchverbot in Wäldern. Autofahrer sollten die Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heideflächen als Rettungswege frei halten.