Hamburg

Oetinger-Verlag hat Umsatz in Corona-Zeit gesteigert

Hamburg (dpa) - Der Verlag von Pippi Langstrumpf, Katniss Everdeen, Drachenreiter, dem Sams und den Olchis ist mit einem deutlichen Umsatzplus durch das Corona-Jahr gekommen. Die Hamburger Oetinger-Verlagsgruppe hat 2020 rund 11 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet, wie Verlegerin Julia Bielenberg der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Insgesamt nahm die Oetinger-Gruppe 36 Millionen Euro ein. «Wir sind gerade in einer richtigen Blütezeit.»

Als Gründe dafür nennt Bielenberg auch, dass viele Leser in der Zeit von coronabedingt geschlossenen Buchhandlungen auf bewährte Literatur zurückgegriffen haben. «Die Leser haben sich - weil Empfehlungen aus der Buchhandlung fehlten - auf die Klassiker konzentriert. Und die haben wir. Nicht nur mit Pippi Langstrumpf», so Bielenberg. 2020 sei zudem von den Inhalten her «ein verdammt starkes Jahr» gewesen. Auch Neues wie die neue Animox-Reihe, Alea Aquarius oder die Kinderbuchbestseller von Peter Wohlleben seien gut angekommen. «Ohne Corona wäre das Jahr wohl noch besser gelaufen.»

Die in dritter Generation familiengeführte Verlagsgruppe ist der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen zufolge - gemessen am Umsatz - der drittgrößte deutsche Kinder- und Jugendbuchverlag. Branchenweit waren die Umsätze der Arbeitsgemeinschaft zufolge im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent gestiegen.

Am 12. Juni wird der Oetinger-Verlag 75 Jahre alt. Seit der Gründung hat die Verlagsgruppe rund 3000 Bücher veröffentlicht. Zu den wichtigsten Autoren des Hamburger Verlagshauses gehören Astrid Lindgren, Cornelia Funke, Kirsten Boie, Sven Nordqvist, Paul Maar, Tanya Stewner, James Krüss, Erhard Dietl, Christine Nöstlinger und Peter Wohlleben. Bielenberg führt den Verlag gemeinsam mit Thilo Schmid und Christian Graef.

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