Hamburg

«Revolution» entlarvt Machtbeziehungen in Moskau

Hamburg (dpa/lno) - Mit einfachen, aber effektiven Mitteln hat der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek am Freitagabend am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg den Roman «Revolution» des belarussischen Autors Viktor Martinowitsch zur Uraufführung gebracht. Daniel Hoevels gibt in dem kafkaesken Stück den Architektur-Dozenten Michail, der in die Fänge eines kriminellen Geheimbundes gerät, für den er ethisch fragwürdige Aufträge ausführt. Nach und nach verliert er seinen moralischen Kompass, verrät seine von Sandra Gerling gespielte Freundin und gerät selbst in den Sog der Macht, zu der ihn der Anführer des Geheimbundes, gespielt von Ernst Stötzner, verführt.

Die Inszenierung entwickelt sich in einem überwiegend leeren Holzkubus, auf dessen Wände Bilder etwa der Stadt Moskau projiziert werden. Pařízek entlarvt mit den Mitteln der Groteske und einem eigenwilligen Humor den Verfall von Moral und Religion in einer Gesellschaft, in der mafiöse Organisationen und nicht etwa Politiker das Sagen haben.

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