Hamburg

Senat weitet Maskenpflicht an Schulen aus

Hamburg (dpa/lno) - Alle Schüler ab der fünften Klasse müssen von Montag an in Hamburg wegen der Corona-Pandemie auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der rot-grüne Senat am Freitag in seiner Sondersitzung zur Umsetzung der Bund-Länder-Vereinbarungen vom Mittwoch. Bisher gilt die Maskenpflicht im Unterricht nur für Berufs- und Oberstufenschüler.

«Die Maskenpflicht (...) wird erweitert auf den Unterricht ab Klasse fünf», sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Somit müssten alle Schüler und Schulbeschäftigte innerhalb und außerhalb des Unterrichts ab Klasse fünf Masken tragen. Ausnahmen gebe es nur auf dem Schulhof, «wenn die entsprechenden Jahrgangsstufen und -gruppen voneinander getrennt sind». Auch bei Klausuren und Prüfungen müsse keine Maske getragen werden, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werde, erläuterte Rabe.

Kinder und jüngere Jugendliche sind nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts zwar seltener von Infektionen betroffen als Erwachsene und nicht Treiber der Pandemie. Gleichwohl seien Schüler prinzipiell empfänglich für eine Infektion mit Sars-CoV-2 und könnten andere auch anstecken. Je älter die Jugendlichen seien, desto mehr ähneln sie hinsichtlich der Empfänglichkeit und Infektiosität den Erwachsenen.

Nach Angaben der Schulbehörde wurden am Donnerstag 71 Neu-Infektionen an 51 Schulen gemeldet, davon 48 Schülerinnen und Schüler sowie 23 Schulbeschäftigte. Für fünf Klassen seien Quarantänemaßnahmen veranlasst worden. Damit gebe es insgesamt 418 infizierte Menschen an 163 Schulen, davon 328 Schüler sowie 90 Schulbeschäftigte. 41 von rund 9500 Klassen sowie 209 weitere Schulbeschäftigte sind demnach in Quarantäne.

Bei insgesamt rund 256 000 Schülerinnen und Schülern in Hamburg entspricht der Anteil der infizierten Kinder und Jugendlichen laut Schulbehörde 0,13 Prozent. Unter den etwa 34 400 Schulbeschäftigten liege der Anteil der Corona-Infizierten bei 0,26 Prozent.

Die Verschärfung der Maskenpflicht ist Teil der vom Senat beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Danach bleiben Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden zwar offen. Doch müssen alle Restaurants, Kneipen, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios und Kinos von Montag an bis Ende November wieder schließen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten.

Das bei einer Videokonferenz von den Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch verabredete Kontaktverbot stand in Hamburg nicht mehr zur Debatte. Es gilt in der Hansestadt bereits seit Anfang der Woche. Danach dürfen sich im privaten Bereich, auf der Straße und in der Gastronomie nur noch maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten treffen. Ausnahmen bei der Zahl der Haushalte gibt es nur für sogenannte Patchwork-Familien und für Kinder unter zwölf Jahren.