Hamburg

St. Pauli: Strafanzeige gegen Einsatzleitung in Bielefeld

Hamburg (dpa/lno) - Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat Strafanzeige gegen die Einsatzleitung der Polizei in Bielefeld erstattet. Das gab der Verein am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Nach Ansicht des Kiezclubs hat die Polizei nach dem mit 2:1 gewonnenen Punktspiel am 4. November in Bielefeld ohne rechtliche Grundlage rund 250 FC-Fans mehrere Stunden am Bielefelder Bahnhof eingekesselt. «Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, die wir so nicht akzeptieren können», sagte St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich.

Nach der Partie in Bielefeld hatten der FC St. Pauli und dessen Fanladen das Vorgehen der Polizei in Bielefeld und auf der Anreise der Club-Fans nach Ostwestfalen scharf kritisiert. Unter Federführung von Vizepräsidentin Christiane Hollander wurde eine Anwaltskanzlei beauftragt, die Ereignisse juristisch zu prüfen und die Frage zu beantworten, ob das Vorgehen der Polizei rechtswidrig war. Auf Grundlage des anwaltlichen Gutachtens, für das mehr als 80 Gedächtnisprotokolle betroffener Anhänger ausgewertet worden sind, erstattete der Kiezclub nun Strafanzeige gegen die Polizei.

«Mit der Maßnahme wollen wir gemeinsam mit dem Fanladen auch ein klares Zeichen für Fußball-Fans setzen, die bei Auswärtsfahrten durch polizeiliche Maßnahmen ohne ersichtlichen Grund daran gehindert werden, ihre Mannschaft zu unterstützen», betonte Göttlich. Er ermutigte die Fans, weiter zahlreich zu Gastspielen mitzureisen.