Hamburg

Tarifrunde für Hamburger Einzelhandel vertagt

Hamburg (dpa/lno) - Die Tarifverhandlungen für die rund 70 000 Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel sind am Mittwoch ohne Ergebnis geblieben. Die Vorstellungen beider Seiten lägen noch sehr weit auseinander, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Nord, Dierk Böckenholt, am Mittwoch der dpa. Für dieses Jahr werde im Einzelhandel nominal ein Umsatzplus von zwei Prozent erwartet, wovon nach Abzug der Inflationsrate nur ein leichtes Plus bleibe. Der Verteilungsspielraum sei sehr gering, ergänzte Böckenholt. Die Arbeitgeber haben ein Angebot vorgelegt, wonach der neue Tarifvertrag über 24 Monate laufen soll und im ersten Jahr eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent, im zweiten von 1,0 Prozent vorsieht.

Die Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp bezeichnet das Angebot als «völlig inakzeptabel». Es bedeute Reallohnsenkungen für die Beschäftigten, weil es noch nicht einmal die Preissteigerung ausgleiche. Das sei eine Provokation, ergänzte Lattekamp. Die Gewerkschaft fordert, die Entgelte um 6,5 Prozent, mindestens aber 163 Euro, zu erhöhen. Die Ausbildungsvergütungen sollten um 100 Euro angehoben werden. Den neuen Tarifvertrag wollen die Arbeitnehmervertreter für 12 Monate abschließen.

Die zweite Tarifrunde ist für den 21. Juni angesetzt.