Hamburg

Urteil im Prozess um tödlichen Stromschlag erwartet

Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um den Tod eines Vierjährigen, der an einer Supermarktkasse einen Stromschlag erlitten hatte, will das Amtsgericht Hamburg-Harburg heute das Urteil sprechen. Zuvor sollen die beiden angeklagten Marktleiter Gelegenheit zum sogenannten letzten Wort bekommen. Der kleine Jonathan hatte laut Anklage am 31. Mai 2016 beim Berühren eines Geländers an der Kasse einen Stromschlag bekommen und war einen Tag später gestorben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von einem Jahr Haft auf Bewährung. Die Verteidigung will einen Freispruch erreichen.

Der 44-Jährige und seine 48 Jahre alte Schwester haben sich nach Überzeugung des Oberstaatsanwalts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht. Ein Elektro-Trafo sei schlampig installiert worden, das hätte auch den Angeklagten als Laien auffallen müssen. Die Nebenklage verlangte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Ob die noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne, solle das Gericht entscheiden, sagte der Anwalt, der die Eltern des Jungen vertritt.