Hamburg

Wissenschaftsausschuss greift Uni-Tumulte bei Lucke auf

Hamburg (dpa/lno) - Der Wissenschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft befasst sich heute mit den Tumulten rund um die Makroökonomik-Vorlesung des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke an der Universität Hamburg. Konkret gehe es um die «Gewährleistung der Durchführung von Forschung und Lehre». Zu der Sitzung hat der Ausschussvorsitzende Daniel Oetzel (FDP) unter anderen Uni-Präsident Prof. Dieter Lenzen und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer geladen. Auch ein Sachverständiger zum Hochschulrecht soll gehört werden.

Lucke war in diesem Semester an seinen Lehrstuhl für Volkswirtschaft zurückgekehrt, nachdem er nicht erneut in das Europäische Parlament eingezogen war. Die Störungen seiner beiden ersten Vorlesungen im Oktober hatten eine bundesweite Debatte über Meinungsfreiheit in Deutschland ausgelöst. Die beiden folgenden Vorlesungen konnte er unter Polizeischutz abhalten.

Die Wissenschaftsbehörde hatte klargestellt: «Die Rechtslage ist klar. Herr Lucke hat das Recht und die Pflicht, an der Universität Hamburg zu lehren.» Lucke ist ordentlicher Professor und Beamter des Landes. Aus der AfD, die er 2013 mitgegründet hatte, war der Ökonom im Juli 2015 ausgetreten.