Heide

SC Magdeburg folgt THW Kiel ins Finale

Auf schnellen Sohlen ist im SC Magdeburg auch der zweite Favorit ins Finale um den Handball-Pokal eingezogen. Nach dem 30:22 (17:13) über den HC Erlangen spielt Magdeburg am Sonntag gegen den THW Kiel.

Bennet Wiegert kümmert sich persönlich ums Torwartspiel. Jannick Green, bei den großen Championaten der dänische Kompagnon von Niklas Landin, hat in diesem deutschen Pokal-Halbfinale den Kasten verlassen und Platz für Mike Jensen gemacht, die Nummer zwei des SC Magdeburg. Beim Stand von 14:12 rudert Wiegert zurück und tauscht Green wieder ein. Dem bemühten Jensen erklärt der Cheftrainer die Maßnahme.

Wiegert kann in dieser Saison der deutsche Handball-Trainer mit den größten Erfolgen werden. Die Meisterschaft ist dem Bundesliga-Tabellenführer kaum noch zu nehmen - die Sachsen-Anhaltiner dominieren ähnlich wie die Fußballer des FC Bayern. Zum Pokalendspiel geht es am Sonntag in Hamburg gegen den THW Kiel. Die Magdeburger, die zweieinhalb Stunden später begannen, haben den kleinen Nachteil einer kürzeren Regeneration. Aber sie mussten sich dafür gegen den wohl auch von der Kulisse beeindruckten HC Erlangen etwas weniger zum Sieg mühen als der THW Kiel.

Jannick Green hatte seine Lehren aus der etwas misslungenen Anfangsphase gezogen. Jetzt lassen sich auch seine Paraden in ein Protokoll eintragen, das die Masse gelungener Aktion eindeutig  beim Favoriten sieht. Der SC Magdeburg erhöht bis zur 38. Minute auf 21:15. Es sieht nicht danach aus, als ob noch etwas anbrennen könnte. Wenn man ehrlich ist - es erscheint ausgeschlossen. Die phonstarke Übermacht der Magdeburg-Fans tut ein übriges. Der Siebenmeter, den Jannick Green in der 44. Minute mit dem Bein abwehrt, lässt den SCM-Block kochen. Nebenan schweigen die Kieler Sympathisanten; das wird am Sonntag anders sein.

Ganz besonders freut sich Linksaußen Matthias Musche über sein Tor zum 27:20. Der Ex-Nationalspieler hat eine rund einjährige Verletzungspause hinter sich. Ein Karriere-Ende galt als nicht unwahrscheinlich, als sich Musche Ende 2020 so unglücklich aufkam, dass im Knie mehrere Schäden zusammenkamen, unter anderem ein Kreuzbandriss.

Magdeburg hat  kein Problem mehr. Musche und Green umarmen sich sechs Minuten vor Schluss nach einer weiteren Parade des dänischen Keepers, an dem auch Bennet Wiegert nicht mehr das geringste auszusetzen hatte. Jedenfalls kümmert sich Magdeburgs Trainer nur noch um sein im Feld spielendes Personal. Die Nacht wird dem Videostudium gewidmet sein.

SC Magdeburg: Jensen, Green - Chrapkowski, Musche, Kristjansson, Pettersson, Magnusson, Hornke, Weber, Gullerud, Mertens, Saugstrup, O‘Sullivan, Bezjak, Smits, Damgaard.

HC Erlangen: Ziemer, Ferlin - Sellin, Jaeger, Överby, Fäth, Firnhaber, Büdel, Bissel, Metzner, Link, Jepsson, Steinert, Leban, Olsson, Zechel.

Schiedsrichter. Grobe/Kinzel.

Zuschauer: 12.800.

Zeitstrafen: SC Magdeburg - HC Erlangen.

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