Heide

THW Kiel gewinnt den DHB-Pokal

Das Finale im Pokalwettbewerb des Deutschen Handballbundes weckte hohe Erwartungen. Der SC Magdeburg und der  THW Kiel agierten nur 45 Minuten auf Augenhöhe. Der THW Kiel gewann mit 28:21 (12:13).

Der SC Magdeburg stellt die überragende Mannschaft dieser Bundesliga-Saison. Rekord-Champion THW Kiel ist sein mutmaßlicher Vorgänger als Deutscher Meister. Aber vorher wollten beide noch diesen Pokal, der zum letzten Mal in Hamburg vergeben wurde. Das Final Four ist für die nächsten Jahre nach Köln vergeben.

Ob sich der Verband, der die wirtschaftliche Kapazität der 20.000 Zuschauer fassenden Kölner Arena nutzen will, damit einen Gefallen getan hat, wird sich frühestens im kommenden Wettbewerb erweisen. Die Veranstaltung in Hamburg, in Jahrzehnten etabliert, lieferte einmal mehr einen stimmungsvollen Doppelspieltag. Die Halbfinals wurden am Sonntag  getoppt, wenn dem Endspiel in den zehn Schlussminuten auch das Spannungsmoment fehlte.

Der Sieger war vor 13.200 Besuchern im ausverkauften Haus bis in die zweite Spielhälfte hinein nicht abzusehen. Der Einsatz stimmt und bestimmte bisweilen den Spielfluss, taktische Finessen hatten beide Trainer drauf. Drei Tore, auf die sich der THW beim 9:6 abgesetzt hatte, besagten nichts. Kurz war die Dauer bis zum Ausgleich. Zur Pause lag der SCM mit 13:12 vorn. Magnusson erhöhte für die Sachsen-Anhaltiner, als beiden Teams ein Spieler fehlte. 

Die ehemaligen Nationalspielerkollegen Philipp Weber und Hendrik Pekeler mussten nach einer Rangelei fünf Sekunden vor der Pause für zwei Minuten zusehen. Beide wollten es nicht wahrhaben, wie einige Schiedsrichterentscheidungen die Offiziellen auf der Bank beschäftigten. Filip Jicha, Kiels Trainer, holte sich die Gelbe Karte ab. Seine Stars Domagoj Duvnjak und Sander Sagosen zeigten sich diskutierfreudig mit den Unparteiischen.

17:17 stand es nach 40 Minuten. Von der Crunchtime war dieses Spiel noch  entfernt. Doch die Schleswig-Holsteiner besaßen das Momentum.

Fünf Minuten später lag der THW Kiel mit 20:18 vorn, und der SC Magdeburg wechselte den Torwart. Mike Jensen kam für Jannick Green, der im Schatten seines dänischen Landsmanns Niklas Landin gestanden hatte. Die beiden ersten Bälle aber waren gleich drin. Auf 22:19 erhöhte der THW, Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert zu einer Auszeit veranlassend - nach einer kleinen Schimpfattacke gegen die Schiedsrichter.

Gar vier Tore vor lagen die Kieler sechseinhalb Minuten vor Schluss, als ihre Abwehr wieder einmal gnadenlos zupackte und Magdeburgs Rückraum ins Leere laufen ließ. Sagosen gehörte nicht zu dieser Abwehr, die zunächst auf seiner linken Seite ein kleiner Schwachpunkt gewesen war. Der Norweger, für die Offensive eingewechselt, entwickelte hier höchste Effektivität. Aus zehn Metern traf Sagosen zum 25:20 in den Torwinkel. 

Nun zeichnete sich der Pokalsieg des THW ab. Filip Jicha wollte es ganz genau wissen, nahm trotz dieses Ergebnisses den Torwart heraus, griff mit sieben Feldspielern an und sah viereinhalb Minuten vor Schluss das 26:20.  Das 27. Tor durch den kleinen Zarabec demütigte Magdeburg geradezu. Die letzte Minute ging im Jubel der THW-Bank und des Kieler Anhangs unter. Das Spiel war in unerwarteter Dominanz gewonnen - 28:21.

Als besten Torwart des Turniers konnte es nur einen geben: Niklas Landin. Bester Spieler des Turniers: Niklas Landin.

THW Kiel: Niklas Landin, Quenstedt - Ehrig, Duvnjak (2), Sagosen (7), Reinkind (1), Magnus Landin (1), Weinhold (2), Wiencek (1), Ekberg (4/2), Benitez, Dahmke (2), Zarabec (2), Horak, Bilyk, Pekeler (6).

SC Magdeburg: Jensen, Green - Chrapkowski (1), Musche, Kristjansson (1), Pettersson (4), Magnusson (7/2), Hornke, Weber (4), Gullerud (1), Mertens (1), Saugstrup (2), O‘Sullivan, Bezjak, Smits, Damgaard.

Schiedsrichter: Baumgart/Wild.

Zuschauer: 13.200.

Zeitstrafen: THW Kiel 5 - SC Magdeburg 3.

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