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Jobmesse bringt Unternehmen und potenzielle Bewerber zusammen 

Nichts geht über Präsenzveranstaltungen: Eine Möglichkeit, persönlich in Kontakt zu treten, bot sich für potenzielle Bewerber und Unternehmen bei der Jobmesse „Geh deinen Weg“ in der Eventhalle von Boyens Medien. Und die wurde genutzt.

Eine, die den Weg zur Jobmesse gefunden hat, ist Mareike Thiel. Die 18-Jährige ist gemeinsam mit ihrer Mutter Claudia nach Heide gekommen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Als sie die Messe besucht, hat Mareike Thiel schon eine ziemlich genaue Vorstellung, in welche Richtung ihr künftiger Beruf gehen soll. „Ich würde gerne in die Radiologie oder in die Forschung“, so die 18-Jährige. „In diesem Bereich habe ich bereits Praktika absolviert und es hat mir gut gefallen.“

46 Unternehmen präsentieren sich auf der Jobmesse, ein Querschnitt durch die heimische Wirtschaft. Handel, Handwerk, Industrie und Soziales sind vertreten. Auf die Frage, ob da auch Alternativen dabei wären, antwortet Mareike Thiel: „Tatsächlich das Finanzamt.“ Obwohl sie bislang nicht in diese Jobrichtung überlegt habe, hätten sie die Mitarbeiter am Stand des Finanzamts Dithmarschen für den Beruf begeistert. „Das war richtig verblüffend, aber Interesse ist gegeben“, sagt Claudia Thiel über die Reaktion ihrer Tochter.

Gar nicht verblüffend ist dies für Malte Schlüter. Der Diplom-Finanzwirt hat von 2014 bis 2017 seine Ausbildung beim Finanzamt Dithmarschen gemacht. „Es war ein duales Studium und was wir im Unterricht gelernt haben, konnte ich beim Finanzamt direkt in die Praxis umsetzen“, sagt Schlüter. Und die sei alles andere als langweilig. „Finanzamt heißt nicht nur am Schreibtisch sitzen.“ Unter anderem werde viel im Außendienst gearbeitet und es gebe auch die Möglichkeit, bei der Steuerfahndung zu arbeiten.

Fest an ihrem Traumjob festhalten wollen Sophie Lohengel und Filiz Krajewski. Die beiden 19- und 18-jährigen Schülerinnen wollen auf der Messe vor allem die potenziellen Firmen und deren Mitarbeiter persönlich kennenlernen. „Das geht hier besser als beispielsweise über die Website des Unternehmens“, sagt Filiz Krajewski. Die 18-Jährige möchte eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement machen und konnte auf der Messe bereits das ein oder andere Unternehmen kennenlernen. Ebenso Sophie Lohengel. „Ich möchte Redakteurin werden und da Boyens Medien die Messe veranstaltet, habe ich die Möglichkeit genutzt und bin hergekommen“, so die 19-Jährige.

Auch die Unternehmen, die sich auf der Messe präsentieren, schätzen den persönlichen Kontakt zu möglichen Bewerbern. „Das hat gefehlt“, sagt Bianca Haalck von Böttcher Fahrräder. Ihre Firma spüre wie fast alle Unternehmen den Fachkräftemangel. „Auch allgemein, nicht nur bei den Azubis“, so Haalck. In diesem Jahr habe es einen regelrechten Einbruch bei den Bewerbungen gegeben. Aus diesem Grund sei Böttcher erstmals auf die Jobmesse gekommen. „Der Vorteil hier ist auch, dass die Leute, die hierherkommen, aktiv suchen“, sagt Falk Themann. Er hat seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann bei Böttcher Fahrräder gemacht und arbeitet mittlerweile seit acht Jahren im Unternehmen. Das sei toll, so Bianca Haalck. „Uns ist es am liebsten, wenn die Azubis nach der Ausbildung im Haus bleiben.“

Das bestätigt auch Sandra Hennings vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), das ebenfalls mit einem Stand auf der Jobmesse vertreten ist. „Ausbildung hat für uns einen hohen Stellenwert“, sagt sie. So bietet das DRK zweimal im Monat einen Azubi-Tag an, bei dem Theorie und Praxis verbunden werden „und auch der Spaß nicht zu kurz kommt.“ Der Azubi-Tag ist auch für Jugendliche, die ein Praktikum beim DRK machen, um das Umfeld besser kennenzulernen. „Sie haben danach auch eine engere Bindung zum Unternehmen“, so Sandra Hennings.

Dass der Pflegeberuf nicht der beliebteste ist, weiß auch Mareike Schulz. Sie ist Pflegedienstleiterin beim DRK und kennt die Gründe, warum viele Jugendliche die Ausbildung scheuen, sei es das hohe Stresslevel oder der niedrige Verdienst. „Da hat sich zwischenzeitlich aber zum Glück viel geändert“, sagt Sandra Hennings. „Das Gehalt von 1200 Euro im ersten Lehrjahr kann mit anderen Ausbildungsberufen mithalten.“ Und es gebe durchaus noch Interesse am Pflegeberuf, sagt Mareike Schulz. „Es gibt in dem Beruf viele Entwicklungsmöglichkeiten.“ Und sie ergänzt: „Es ist großartig, was du in diesem Beruf von den Menschen zurückbekommst.“

Vielleicht wäre das DRK auch eine Option für Johanna Lucks. Die 17-Jährige ist mit ihrem Vater Manuel, aber ohne genaue Berufsvorstellung auf die Jobmesse gekommen. „Handwerk kann ich aber ausschließen“, sagt Johanna Lucks. Sie will sich jetzt erst einmal umschauen. Die Auswahl sei hier ja groß, so Manuel Lucks.

Die rund 1000 Quadratmeter große Eventhalle von Boyens Medien hat eine umfangreiche Jobmesse ermöglicht. Neben den Informationen an den Ausstellerständen gab es einen Arbeitskreis zur Bewerbungsmappen-Prüfung, sogenanntes Speed-Networking zum Vernetzen mit verschiedenen Arbeitgebern und ein Bewerbungs-Fotostudio. Außerdem verschiedene Vorträge und Veranstaltungen rund um Aus-, Weiterbildung und Beruf. Diese sind in den nächsten Tagen online abrufbar unter www.boyens-medien.de/jobmesse.

„Alles wurde sehr gut angenommen“, sagt Julia Meyer von Boyens Medien. „Wir haben positives Feedback sowohl von Besuchern als auch von den Ausstellern bekommen.“ Vor allem seien gute Gespräche geführt worden, und die haben bereits im vergangenen Jahr einige Bewerbungen folgen lassen.

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