Marktbummel

Alles Schokolade

Es gibt 1001 Rezepte für Schokoladenkuchen, immer neue, ganz einfache und auch ziemlich aufwendige. Eine ganz klassische Variante geht ungefähr so: Man nehme 140 Gramm Butter, 160 Gramm Zucker, nein, wir bleiben beim Beschreiben in ganzen Sätzen.

Man zerkleinert 180 Gramm gute Zartbitterschokolade und lässt sie in einer Tasse im heißen Wasserbad schmelzen. Derweil schlägt man in einer genügend großen Schüssel die zuvor genannte Menge Butter und Zucker cremig. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, lässt man sie wieder etwas abkühlen und rührt sie dann unter die Butter-Zuckermischung, bis alles sehr schaumig ist. Dann rührt man nach und nach acht Eigelbe dazu, wobei die Eiweiße in einer anderen, genügend großen Schüssel gesammelt werden. Die werden dann nämlich zu Schnee verquirlt. Am Ende mischt man noch 30 Gramm Puderzucker in den Schnee und gibt ihn über die Schokoladencreme.

Man vermischt 140 Gramm Mehl mit einem gestrichenen Kaffeelöffel Backpulver und gibt das über den Eischnee.

Das Ganze wird nun wie bei einem Bisquit-Teig vorsichtig, aber konsequent vermengt, also so, dass alles gut vermischt ist, ohne dass der Eischnee zu sehr zusammenfällt. Das gießt man unverzüglich in eine mit Backpapier ausgekleidete Springform und backt das für eine Dreiviertelstunde im 165 Grad heißen Ofen.

Man lässt die Torte etwas abkühlen, stürzt sie dann auf eine Tortenplatte, so dass nunmehr die glatte Unterseite zur Oberseite wird. Man bestreicht die Torte oben und an der Seite mit 200 Gramm Aprikosenkonfitüre und lässt sie danach am besten kalt stehen, für ein paar Stunden.

Dann bekommt die Torte einen weiteren Schokoladenüberzug. Dafür schmilzt man erneut 200 Gramm Kuvertüre im heißen Wasserbad. Wenn die mit Aprikosenkonfitüre bestrichene Torte gut gekühlt ist, geht das einfacher. Man überzieht sie mit der geschmolzenen Kuvertüre und lässt sie abermals kalt stehen.

Am Ende teilt man die Oberfläche in zwölf Segmente und schreibt in jedes Segment mit Zuckerschrift den Namen seiner Liebsten, je nach Anlass. Im Film dazu habe ich einen Phantasienamen verwendet, nämlich Guivi.

In einem berühmten Hotel in Wien wird immer der Name Sacher darauf geschrieben. Franz Sacher, in Diensten des Fürsten Metternich, soll diese Torte 1832 erfunden haben, als Lehrling. Sein Sohn Eduard Sacher übernahm das Rezept und vollendete es. Er gründete 1876 das Hotel gleichen Namens und verband damit den unvergleichlichen Schokoladenkuchen, der bis heute zum Aushängeschild des Hotels geblieben ist.