Marktbummel

Die einfachsten Plätzchen der Welt

Das Lied von der Weihnachtsbäckerei haben wir ja schon seit Wochen in den Ohren, wer jetzt noch nichts Selbstgebackenes, oder, was noch wahrscheinlicher ist, nicht mehr hat, muss sich sputen, um zu Weihnachten noch etwas derartiges hinzubekommen. Aber es geht ganz einfach, und bekanntlich helfen die Kinder gerne.

 Für die Basis braucht man einen schlichten Eins-zwei-drei-Teig, dass heißt, man verknetet eins, sprich: 100 Gramm Zucker, zwei, sprich: 200 Gramm Butter, drei: sprich 300 Gramm Mehl und das, was allen Zahlwörtern gemein ist, nämlich ein Ei, gründlich zu einem geschmeidigen Mürbeteig. Das geht praktischerweise ganz gut mit den Knethaken eines Handrührgerätes.

 Je nach Formen und Weiterverarbeitung reicht der Teig für ein bis zwei Backbleche, also im Ergebnis vielleicht doch nicht ganz bis Weihnachten. Aber nach der eingängigen Formel lassen sich gut die doppelte oder dreifache Menge herstellen. Ab der vierfachen Menge stößt ein haushaltsübliches Handrührgerät allerdings an seine Grenzen.

Den gänzlich verkneteten Teig formt man zu einer Kugel. Das ist ein Beispiel für die praktische Anwendung der Differentialrechnung, weswegen reihenweise angehende Abiturienten regelmäßig verzweifeln. Es ist nämlich eine Extremwertaufgabe mit der Aufgabenstellung, welcher Körper hat das größte Volumen bei geringster Oberfläche? Das Ergebnis ist mathematisch haarscharf: die Kugel. Das ist nämlich der Grund, warum man einen Mürbeteig zu einer Kugel formt und nicht etwa zu einer flachen Platte oder zu einem Würfel oder Zylinder oder Kegel, weil dann bei möglichst großem Volumen die Oberfläche am kleinsten ist.

Der Mürbeteig sollte mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen und zudem gegen Trocknen und andere Einflüsse geschützt sein, indem man ihn zum Beispiel in Frischhaltefolie einwickelt.

Dann erst nimmt man so viel von dem kühlen Teig wie man verarbeiten kann und rollt ihn mit dem Nudelholz auf einer bemehlten Arbeitsplatte aus, etwa einen halben Zentimeter dünn. Das braucht schon eine Weile. Für Gelee-Plätzchen sticht man aus der Teigplatte mit der größeren von zwei gleichen runden oder blumenförmigen Förmchen mit unterschiedlichen Durchmessern die Böden aus und setzt sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Dann sticht man die gleiche Anzahl noch einmal aus, sticht jedoch mit der kleineren Form ein Loch hinein. Die so entstandenen Ringe setzt man auf die Böden.

 Dann wirft man jeweils einen Klecks Holundergelee in den Ring. Danach werden die Plätzchen bei 165 Grad etwa eine halbe Stunde gebacken. Sie sollen nicht zu dunkel werden. Die Teigreste kann man natürlich wiederum verkneten und neu ausrollen und wiederum für Gebäck verwenden. Ausstechförmchen gibt es in allen Varianten und nach dem Backen kann man die Plätzchen mit Zuckerschrift oder Schokoladenüberzug beliebig verzieren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe bei der Gelegenheit die kleineren Plätzchen, also die ausgestochenen, extra und pur abgebacken und nachher mit weißer Schokolade überzogen und jeweils mit einem halben Walnusskern bestückt. Außerdem hatte ich schon bei der Zusammensetzung des Teiges den Zuckeranteil anteilig durch Vanillezucker ersetzt, mit Vanillezucker, also einer Mischung aus Zucker und echter Vanille. Es geht auch Vanillin, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass das mit echter Vanille nichts zu tun hat.