Marktbummel

Italienische Note: Nudeln mit Krabbensoße

Wenn nicht Krabben so etwas typisch Norddeutsches hätten, könnte man das Gericht glatt für ein typisch italienisches Pasta-Gericht halten. Von Spaghetti Milanese bis Pasta al Pesto gibt es unzählige davon. Da aber Nordseegarnelen, um die es hier geht, gar nicht im Mittelmeer vorkommen, zählt das Nudelgericht, um das es geht, um eine Art Kreuzung italienischer Pasta-Küche und Büsumer Krabbenfang-Tradition. Aber das schmeckt.

Für diese Mischung nimmt man zum Beispiel Farfalle, das sind schmetterlingartig geformte Nudeln. Da die Italiener kein Ü kennen, würden sie analog zu Milanese als Mailänder Art Busumese als Büsumer Art akzeptieren, wäre aber neu, ich meine, für Italiener. Wer in Italien kennt schon Büsum?

Für Farfalle Busumese pult man ein Pfund Büsumer Krabben, am besten frisch vom Kutter. Die werden fangfrisch noch auf dem Kutter in Nordseewasser gekocht, sind also bereits gar. Nichtsdestotrotz sollte man beim Pulen nur in Ausnahmefällen davon naschen, damit am Ende etwas übrig bleibt. Und nur in extremen Ausnahmefällen sollte man auf gepulte Krabben zurückgreifen, weil die in der Regel nicht mehr ganz so frisch sind und mit Haltbarkeitsmitteln behandelt.

Was das Krabben pulen betrifft, gibt es nur eine Empfehlung: Üben, üben, üben, immer wieder, Krabben sind in der Tat unsere Haustiere, die Delikatesse aus der Nordsee, die es mit Hummer, Langusten und Co. locker aufnehmen kann. Wenn man sorgfältig pult, sollten aus 500 Gramm frischen Krabben minimum etwa ein Drittel Krabbenfleisch, also 166 Gramm werden.

Man schneidet von zwei reifen, fleischigen Tomaten keilförmig den Stielansatz heraus und gibt sie kurz in kochendes Wasser. Dann schreckt man sie mit kaltem Wasser ab. Danach lassen sie sich leicht häuten. Die gehäuteten Tomaten schneidet man in kleine Stücke.

In einer Pfanne erhitzt man Sonnenblumenöl und brät darin das Krabbenfleisch kräftig an, bis es Farbe annimmt. Dann gibt man zwei Zentiliter Weinbrand dazu, lässt den Alkohol etwas verzischen und rührt die Tomatenstücke hinein. Man würzt etwas mit Pfeffer und Salz und lässt das köcheln, wobei man die Tomatenstücke zerdrückt. Man reduziert die Hitze und rührt das etwa fünf Minuten. Am Ende mischt man etwas Sahne, je nach Geschmack 100 bis 200 Gramm, dazu, schon ist die Soße fertig.

Derweil hat man nach Packungsanweisung 500 Gramm Farfalle in Salzwasser gegart. Die Nudeln werden durch eine Seihe abgegossen und in eine Servierschüssel gegeben. Die Krabbensoße kommt darüber. Dann wird alles vermischt und auf Teller verteilt. Man kann das Gericht nur noch toppen, wenn man auch die Nudeln selber macht, dann wären Tagliatelle, also Bandnudeln die am besten geeignete Form. Wer hat schon eine Maschine, um aus frischem Nudelteig Schmetterlinge herzustellen?