Marktbummel

Schweinenacken mit Majoran

Majoran ist ein Symbol der Glückseligkeit, jedenfalls im alten Griechenland und Aphrodite muss es schließlich wissen. Sie war die Göttin der Liebe und Schönheit. In Griechenland war es üblich, dass man frisch vermählten Paaren Majoran um den Hals flocht. Hochzeitsgott Hymenaios wurde oft mit einem Majorankranz dargestellt. Majoran ist die am zweit häufigsten angebaute Kräuterpflanze in Deutschland, nach Petersilie. Das Gewürz wird vor allem gerne zur Wurstherstellung verwendet. Man bekommt Majoran getrocknet und gerebbelt in Dosen, aber auch frisch.

Für Ein Schweineragout sollte man frisches Kraut bevorzugen. Dafür besorgt man sich anderthalb Pfund Schweinenacken ohne Knochen. Der Schlachter des Vertrauens beint einem das Fleisch gerne aus. Nacken hat den Vorteil, dass das Fleisch mit Fett durchzogen und daher saftiger ist, es ist aber deswegen eben auch preiswerter als Filet. Das Fleisch schneidet man in Scheiben und dann in schmale Streifen.

Außerdem pellt man ein Dreiviertelpfund Zwiebeln und würfelt sie. Von zwei Bund Majoran zupft man die Blättchen von den Stielen. In einem Topf lässt man 50 Gramm Schweineschmalz aus und brät darin portionsweise die Fleischstreifen an, bis sie rund herum goldbraun gebraten sind und stellt sie jeweils zur Seite. Mit der letzten Fleischportion lässt man die Zwiebeln und die Hälfte des Majorans mitschmoren.

Dann gibt man die ersten Fleischportionen wieder dazu und löscht mit einem Viertelliter Fleischbrühe. Das Ganze lässt man zugedeckt eine halbe Stunde schmoren. Dann gibt man 200 Gramm Creme fraiche dazu, verrührt das und lässt alles etwas einkochen. Zum Schluss schmeckt man mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salz ab und gibt den Rest Majoran dazu. Zu diesem deutschen Gericht passen vorzüglich italienische Nudeln, zum Beispiel grüne Tagliatelle, also Bandnudeln. Es gehen auch Spaghetti.

Wegen seiner ätherischen Öle und andere Inhaltsstoffe wird Majoran eine heilende Wirkung nachgesagt. Schon im Mittelalter wurde das Kraut als Heilpflanze eingesetzt unter anderem gegen psychische Störungen und Sprachauffälligkeiten, aber auch gegen Magenbeschwerden und Menstruationsstörungen. Dass Majoran eine berauschende Wirkung haben und geraucht werden kann, ist mir nicht bekannt. Majoran ist nicht mit Marihuana zu verwechseln.