Nachbarn

100 Einsatzkräfte üben auf Landstation

Von Ole Kröger 

Friedrichskoog - Gegen 19.15 Uhr wurden acht Feuerwehren zum Gelände der Landstation Dieksand gerufen. Der Betreiber arbeitete eine Großübung aus. Das Werksgelände erstreckt sich über 55000 Quadratmeter. Seit Mitte 2000 wird Ölgewinnung aus dem östlichen Teil der Lagerstätte Mittelplate betrieben.

Einmal im Jahr ist der Betrieb gemäß dem Bundesberggesetz verpflichtet, eine Übung mit den Freiwilligen Feuerwehren im Einzugsbereich durchzuführen. Jetzt wurde, anders als 2017, die Übung durch den Betreiber ausgearbeitet. Nachdem Alarm für die Wehren Friedrichskoog, Dieksanderkoog, Kronprinzenkoog, Kaiser-Wilhelm-Koog, Trennewurth, Helse, Neufeld und Neufelderkoog durch die Leitstelle West ausgelöst wurde, bot sich den anrückenden Kräften eine übersichtliche Lage. 

Auf dem Betriebsgelände kam es bei Wartungsarbeiten an einem Flachbodentank zu einer Explosion. Durch die Wucht der Explosion wurde ein Mitarbeiter einige Meter weit weggeschleudert. Ein weiterer Mitarbeiter wurde durch herumfliegende Teile verletzt. Erschwerend für die Einsatzkräfte wurden Anlagenteile beschädigt und der Verletzte sowie die Rettungskräfte durch giftige Dämpfe gefährdet. Mehr als 100 Einsatzkräfte des Kreisfeuerwehrverbandes arbeiteten an dem Übungsszenario. 

Für die Einsatzkräfte gab es auf dem Werksgelände einige organisatorische Schwierigkeiten zu meistern. So herrschte Explosionsgefahr bei der Verwendung von herkömmlichen Funkgeräten oder Handlampen. Die Einsatzkräfte mussten daher mit entsprechend ex-geschützten Einsatzmitteln durch den Betreiber ausgestattet werden. Ungewohnt war für die Einsatzkräfte auch das Verwenden von Schlauchmaterial und Wasserwerfern des Betreibers. Im Regelfall bringt die Feuerwehr ihr eigenes Material für Löschangriffe mit, nicht so auf dem Werksgelände der Landstation Dieksand. Dort befinden sich Container, in denen das benötigte Material für Löschangriffe vorgehalten wird. 

In gut einer Stunde wurde das Übungsszenario unter der Einsatzleitung der Friedrichskooger Wehr abgearbeitet. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Verpflegung der Einsatzkräfte vor Ort und sorgte für ein gemeinsames Abendessen nach getaner Arbeit. Auch die Bereitschaft der Kreisfeuerwehrzentrale wurde im Übungsverlauf an den Übungsort gerufen, um das gebrauchte Schlauchmaterial aufzunehmen und in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in St. Michaelisdonn zu reinigen. 

Stellvertretender Kreiswehrführer Klaus Vollmert bewertete die Übungsleistung der Wehren positiv mit Einschränkung: „Es hat alles ziemlich gut funktioniert. Das Übungsszenario konnte durch die Einsatzkräfte gut bewältigt werden. Dennoch gibt es einige Punkte, an denen gearbeitet werden muss. Gäbe es diese nicht, bräuchten wir die Zeit in solche derartige Übungen nicht investieren. Dafür sind wir hier.“ Die Übungsbeobachter werteten im Nachgang ihre Notizen aus. Im Anschluss sollte es mit beteiligten Personen eine Nachbesprechung der Übung geben, um aus den Problemen, die auftraten, zu lernen.