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Fokus auf Problemlösung

Von Melanie Kaacksteen 

Heide - Aktion statt Resignation – konstruktive Kommunikation über den Klimawandel mit Kindern und Jugendlichen hilft. Diesen Ansatz verfolgen die Klimaschutzmanagerinnen für Bildung im kreisweiten Projekt „Plietsch fürs Klima“ Anna Reinker und Juliane Höhle. 

Mit dem Leitfaden „Konstruktive Ansätze zur Kommunikation des Klimawandels in der Bildungsarbeit“ möchten sie Erziehern und Lehrkräften Tipps geben, wie sie mit Kindern und Schülern sachlich und zugleich einfühlsam über den Klimawandel sprechen und Perspektiven aufzeigen können. Auf acht Seiten sind Tipps zusammengestellt, die auch Erziehungsberechtigten Anregungen geben können. Viele Kinder und Jugendliche machen sich wegen des Klimawandels Sorgen. Das erleben die Klimaschutzmanagerinnen in ihrer Arbeit mit Kitagruppen und Schulklassen. „Wir nehmen ihre Befürchtungen ernst und zeigen ihnen Wege auf, wie sie bereits mit kleinen Änderungen im Alltag viel zum Guten für die Umwelt bewegen können“, sagt Anna Reinker. Schwerpunkte liegen zum Beispiel auf Projekten zum Energie- und Wassersparen sowie Aktionstagen, die in den Schul- und Kitaalltag integriert werden.

Die Broschüre entstand auf Basis der Masterarbeit von Juliane Höhle im Fachbereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung. Sie untersuchte, welchen Einfluss konstruktive Methoden der Kommunikation auf die Gefühle und das Lernen von Jugendlichen im Hinblick auf den Klimawandel haben. An einer Online-Umfrage nahmen 438 Schüler aus den Jahrgängen neun bis zwölf sowie Studenten teil. „Die Art, wie wir über den Klimawandel sprechen, kann motivieren und zu mehr Einsatz anregen. Wir möchten die Kinder und Jugendlichen zu mehr Hoffnung und Handlungen inspirieren. Das ist auch unser Ziel im Projekt“, zieht Juliane Höhle als Fazit.

Danach ist es vor allem wichtig, offen die Sorgen der Heranwachsenden anzusprechen. Dabei soll den Kindern aufgezeigt werden, was bereits für den Klimaschutz erfolgreich geleistet wird, und Vorbilder genannt werden – lokal und international. Auch hilft ein Blick in die Vergangenheit, um zu erkennen, wie weit der Klimaschutz vorangekommen ist. Ebenfalls helfen gemeinsame Klimaschutz-Aktionen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu steigern. „Der Fokus soll eher auf dem Lösen von Problemen liegen, anstatt ausschließlich das Negative zu betonen“, so Juliane Höhle.

Der Leitfaden „Konstruktive Ansätze zur Kommunikation des Klimawandels in der Bildungsarbeit“ kann unter der Rubrik Energie und Klimaschutz/Bildungsprojekt „Plietsch fürs Klima“ auf www.dithmarschen.de heruntergeladen werden. Dort finden sich auch weitere Materialien zum Download, wie Leitfäden für die plietsche Energienutzung für Kinder, Jugendliche und für Pädagogen sowie die Broschüre „Plietsch fürs Klima – Kinder und Jugendliche schützen aktiv das Klima“. Bei Fragen können sich Interessierte per E-Mail an Anna Reinker und Juliane Höhle wenden: plietschfuersklima@dithmarschen.de.

„Plietsch fürs Klima“ ist ein kreisweites Bildungsprojekt zum Klimaschutz, bei dem aktuell 35 Bildungseinrichtungen von der Kita bis zum Berufsbildungszentrum dabei  und jederzeit neue Bildungseinrichtungen willkommen sind. Das Projekt wird durch das Bundesumweltministerium aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.