— Nachbarn—

Gelassenheit beginnt im Kopf

von Petra Feil Dienstag, 29. November 2016 14:55 Uhr


 

Meldorf (rd) Wer kennt das nicht: Unter Zeitnot im Supermarkt in der Schlange stehen – und dann muss die Kassenrolle gewechselt werden. Der Stresspegel steigt weiter. 

„Aber das muss nicht sein. Es geht schließlich nur um zwei Minuten, in denen Sie die neuesten Kaugummis betrachten oder auch einfach nur einmal tief durchatmen können, um wieder runter zu kommen“, lautete der erste Tipp von Miriam Born. Die Beraterin und Trainerin zeigte dem Publikum im Meldorfer Centrum für Angewandte Technologien (CAT) auf, dass Stress eigentlich nur im Kopf entsteht und deshalb entsprechend bekämpft werden kann.

Das Thema „Freikarte Kopfkino – Gelassenheit beginnt im Kopf“ stieß auf sehr großes Interesse. Der Vortragsraum im CAT war mit mehr als 60 Zuschauern voll ausgebucht. Entsprechend groß war auch die muntere Beteiligung. Mit anschaulichen Beispielen und einer ordentlichen Portion Humor zeigte die Referentin auf, wie Stress entsteht. Sogenannte Stressoren seien unter anderem Zeitdruck, Überlastung, Konflikte und zu hohe Ansprüche an sich selbst und die Umwelt. Verstärkend wirkten sich dann zum Beispiel ein steigender Kontrollzwang und zuweilen Ungerechtigkeit auf das Verhalten aus. Am Ende stehen negative Reaktionen von Körper und Geist.

Unter dem Zwischentitel „Die Welt meiner Gedanken – so versaue ich mir mein Leben“ beschrieb Miriam Born, wie Menschen immer nur Bruchteile der Wirklichkeit wahrnehmen und sich dabei häufig auf das Negative konzentrieren. Wer also seinen Blickwinkel ändere oder erweitere, habe gute Chance, auch positive Erlebnisse zu sehen. Auch Humor und mehr Achtsamkeit seien hilfreich. Wichtig sei es zudem, nicht die Opferrolle einzunehmen, sondern die Fakten zu analysieren und dann die unmittelbare Zukunft „zu gestalten“. Das betreffe auch unabwendbare Ereignisse. „Legen Sie sich nicht mit dem Wetter an – dann verlieren Sie“, lautete ein Beispiel von Miriam Born.

Zum Abschluss gab die Hamburger Trainerin im Bereich des Gesundheitsmanagements noch einige interessante Tipps für den Alltag. Sie schlug vor, am Ende eines Tages eine Liste der persönlichen positiven Nachrichten anzulegen. Dafür gab es für jeden Zuhörer eine Murmel als Symbol für die „Perlen des Tages“. In akuten Fällen empfiehlt sie Stopp-Techniken wie zum Beispiel ein fünf- bis sechsmaliges tiefes Durchatmen. Oder der Betroffene stellt sich die Frage – in Anlehnung an den TV-Arzt Dr. Dr. Eckart von Hirschhausen: „Wer ist da eigentlich hinter mir her – ein Säbelzahntiger oder einer aus Papier?“

Für den Abend empfiehlt Miriam Born Rituale, die das Abschalten einläuten. Das kann eine Dusche sein oder auch der Wechsel der Kleidung. Wichtig sei es, solche Rituale regelmäßig und ganz bewusst zu machen. „Grundsätzlich steht es Ihnen frei zu entscheiden, welcher Film in Ihrem Kopf abläuft“, lautete dementsprechend das Schlusswort der Referentin.





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