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Merle ist das erste Kohlbaby

Von Bernhard von Oberg

Dithmarschen - Die 31. Dithmarscher Kohltage sind Geschichte, die 32. stehen vom 18. bis zum 23. September 2018 vor der Tür. Während Krautmeister Hubert Nickels bereits an einem neuen Rezept für das kommende Jahr arbeitet, schaut Kohlregentin Silke I. Nöhren im Kohlosseum Wesselburen vorbei, dieses Mal in Zivil. 

„Nun ist Feierabend“, freut sich die bodenständige Enkeltochter des „jodelnden Fernfahrers“, Opa Karl Nöhren. Die gelernte Bilanzbuchhalterin könnte sich jederzeit ans Steuer des elterlichen Scanias setzen und Dithmarscher Kohl von Kronprinzenkoog nach Berlin fahren. Einen Lkw-Führerschein besitzt sie, sogar einen Speditionsschein. Silke Nöhren weiß, wovon sie spricht, wenn es um die Erfolgsgeschichte des Dithmarscher Kohls geht, und so waren die zwei Jahre Kohlregentinnenschaft für die Marnerin ein Heimspiel. „Die Zeit zwischen den Kohltagen verging wie im Flug. Die beiden Jahre werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen.“ 

Wie könnte sie auch, stellte sich doch bei ihr und ihrem Mann Sven, Elektriker auf der Mittelplate und Spross einer Fischerfamilie, am 19. Juli 2017 Nachwuchs ein. Beim Kohlpflanzfest in Wesselburen gratulierten alle bereits. Und da, wie der Lateiner sagt, nomen und omen zusammenfallen, nähte Elfriede Hayn aus Kuden der kleinen Merle zur Geburt eine Schärpe mit der Aufschrift „Dithmarscher Kohlbaby 2017“. Krautpapst Hubert Nickels ist davon überzeugt: „Klein Merle wird 2034 die Kohlregentin Merle I.“ Hans-Uwe Glashoff von der Marmeladenmanufaktur Nordfriesland überraschte Mama Silke Nöhren mit einer eigenen Fruchtnote „Merle“.

Wenn am 4. Mai 2018 im Kohlosseum das Kohlpflanzfest gefeiert wird, repräsentiert Bente Borwieck als Nachfolgerin von Silke Nöhren den Dithmarscher Kohl als neue Regentin. Noch vor dem Kohlanschnitt am 18. September 2018 zaubert der Marmeladenhexer einen fruchtigen Aufstrich aus rosa Kohl, gewachsen in Dithmarschen. Das erste Dithmarscher Kohlbaby hat noch 16 Jahre Zeit für seine Bewerbung als Kohlregentin. Hubert Nickels wünscht ihr sowie ihren stolzen Eltern und Großeltern alles Gute. Er weiß, wie das Kraut, so das Land und seine Menschen, und das ist allerbest.