Nachbarn

Spontane Demo

Von Wencke Lehmacher 

MELDORF Mitglieder der Bürgerinitiative für Naturschutz im Speicherkoog (BINS) überraschten die grüne Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle mit einer Spontan-Demo. Hintergrund war die Unterstützung, die Nestle für die Pläne des Kommunalunternehmens zum Bau einer Ferienhaussiedlung geäußert hatte.

Vor dem Hotel zur Linde, in dem Ingrid Nestle im Rahmen einer Fahrradtour durch Dithmarschen übernachtete, versammelten sich spontan einige Mitglieder der BINS mit Plakaten und Spruchbändern. „Ferienhäuser im Speicherkoog sind nicht grün, Ingrid“ stand darauf zu lesen und „Es gibt keinen sanften Tourismus“. Ingrid Nestle nahm sich ebenso spontan Zeit für ein längeres Gespräch mit den Mitgliedern der BINS. Sie betonte, dass es möglich sein müsse, auch in Deutschland Urlaub zu machen, weil es klimaschonender sei als Fernreisen. Darüber hinaus mache sie sich stark für naturnahen Tourismus, der es Menschen erlauben müsse, auch per Fahrrad Ferienwohnungen am Meer zu erreichen. 

Mitglieder der BINS wendeten dagegen ein, dass die allermeisten Besucher im Speicherkoog immer mit dem Auto anreisten und gegen Ferienhäuser außerhalb des Koogs und einen wertschätzenden Besuch des Gebiets tagsüber nichts einzuwenden sei. Ingrid Nestle erklärte, dass es ein Umweltverträglichkeitsgutachten gebe, dass eine Ferienhaussiedlung im Speicherkoog unter entsprechenden Auflagen durchaus für möglich erachte. Mitglieder der BINS führten daraufhin an, dass das Umweltverträglichkeitsgutachten einen Anstieg der Zahl der Fahrten durch den Speicherkoog auf 60.000 pro Jahr schätzt, was wenig umweltfreundlich sei. Zudem lasse das Gutachten zum Beispiel völlig offen, welche Anforderungen für eine noch naturverträgliche Nutzung an das Besucherlenkungskonzept zu stellen seien. Zum Ende der lebhaften, aber wertschätzenden Diskussion wünschten die BINS-Mitglieder Ingrid Nestle gutes Wetter und viel Freude auf ihrer weiteren Fahrradtour durch Dithmarschen.

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