Oldenbüttel

AfD-Landesparteitag in Schleswig-Holstein abgesagt

Oldenbüttel/Berlin (dpa/lno) - Die AfD Schleswig-Holstein hat ihren für das Wochenende geplanten Landesparteitag mangels Veranstaltungsort abgesagt. Der Betreiber des ursprünglich als Austragungsort vorgesehenen Gasthofs in Oldenbüttel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wolle der AfD - vertreten durch einen Anwalt - den Zugang nicht mehr ermöglichen, sagte Parteivize Bruno Hollnagel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord berichtet.

Der Landesparteitag werde nicht mehr vor der Europawahl am 26. Mai stattfinden, um sich auf den Wahlkampf konzentrieren zu können, sagte der Bundestagsabgeordnete Hollnagel. Dies habe der Landesvorstand bei einer Telefonkonferenz am Donnerstag beschlossen. Juristisch sei man nicht unter Zeitdruck, man könne den nächsten Parteitag bis Ende des Jahres ansetzen.

Bereits vor der Absage hatte es Irritationen um den Parteitag gegeben. So hatte der Landesvorstand beschlossen, die Zusammenkunft unter Ausschluss der Medien stattfinden zu lassen. Das letzte Wort sollten jedoch die beim Landesparteitag anwesenden Mitglieder haben. Sie sollten darüber abstimmen, ob bei dem Parteitreffen Journalisten vor der Tür bleiben müssen.

Die AfD wollte in Oldenbüttel eine neue Parteispitze und die Nachfolge für die ehemalige Vorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein wählen. Der AfD-Bundesvorstand hatte ihr Ende Dezember die Ausübung ihres Amtes untersagt und ein Parteiausschlussverfahren initiiert. Sayn-Wittgenstein hatte für einen rechtsextremen Verein geworben, der inzwischen auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD steht.

Der Betreiber des Gasthofs hatte NDR 1 Welle Nord gesagt, nach Bekanntwerden des Veranstaltungsorts habe er mehrere Anrufe von Unbekannten erhalten. Sie hätten auf ihn eingewirkt, die Raummiete zu kündigen. Er wolle bewusst nicht von Drohungen sprechen, habe die Situation aber als beunruhigend empfunden.