Büsum

Aktionstag macht auf Situation der Krabbenfischer aufmerksam

Büsum (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Krabbenfischer kämpfen ums Überleben. Die Preise für das «rote Gold der Nordsee» sind im Keller, denn in den Lagern der Großhändler stapeln sich die Kisten. Nach eigenen Angaben bekommen die Krabbenfischer in diesem Jahr einen durchschnittlichen Kilopreis von 2,89 Euro für ihren Fang. 2018 habe der Erzeugerpreis durchschnittlich 4,54 Euro betragen. 

«Wir haben dieses Jahr 60 Prozent weniger Umsatz als 2018», sagte Fischer Birger Zetl. «Es geht allen gleich, denn der Handel schreibt uns die Fangmengen und die Preise vor.» Im Frühjahr waren das 1500 Kilogramm pro Woche, ab September 2000 Kilogramm, und seit drei Wochen dürfen wir 4500 Kilogramm fangen», sagte Zetl. Doch im Winter ziehen sich die Krabben aus dem Wattenmeer zurück, es fangen sich nicht mehr als 2000, 2500 Kilogramm in den Netzen.

«Entsprechend liege der Umsatz der Erzeugergemeinschaft in diesem Jahr bislang bei neun Mio Euro. Normal wären zwischen 25 und 30 Mio Euro. Letztes Jahr hatten wir 27 Mio. Euro», sagte Zetl.

«Mir fehlen zwischen 80 000 und 90 000 Euro Umsatz dieses Jahr, um auf Null zu kommen», erklärte der Fischer. «Ich liege bei 150 000 Euro, das Minimum sind 230 000 Euro.» Damit werde er nicht reich, könne jedoch die notwendigen Reparaturen am Kutter bezahlen, um weiter fischen zu können. «Doch das Schiff modernisieren, mit der Zeit gehen, ist bei diesen Umsätzen nicht drin.»

Um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen, haben die Fischer einen Aktionstag veranstaltet. Unter dem Motto «spenden statt verschachern» verschenkten sie am Freitag im Büsumer Hafen fangfrische Nordseekrabben gegen Spenden. Das Geld werde den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zugutekommen, sagte Zetl.