Schleswig-Holstein

Bauernverband will Äcker nicht für neue Wälder hergeben

Rendsburg (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Bauernverband hat davor gewarnt, wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen für Aufforstungen in großem Stil zu nutzen. «Schleswig-Holstein ist ein Gunststandort für Landwirtschaft mit besonders ertragsstarken Flächen», erläuterte Verbandspräsident Werner Schwarz am Dienstag. Wenn überhaupt, sollte nur auf solchen Flächen zusätzlich aufgeforstet werden, die für die Landnutzung uninteressant sind oder die für den Naturschutz sich selbst überlassen wurden. Schwarz formulierte seine Warnung einen Tag vor einem sogenannten Waldgipfel der CDU-Landtagsfraktion.

Unterstützt von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) wollen die Christdemokraten für den Klimaschutz binnen zehn Jahren rund 15 000 Hektar neuen Wald anlegen lassen. Dafür müssten knapp 75 Millionen Bäume gepflanzt werden. Schleswig-Holstein ist das mit Abstand waldärmste Bundesland.

Für einen Hektar, der in Schleswig-Holstein aufgeforstet wird, müsste man anderswo auf der Welt drei bis vier Hektar in die landwirtschaftliche Nutzung nehmen, um den verlorenen Ertrag an Lebensmitteln auszugleichen, sagte Bauernpräsident Schwarz. Das wäre dann gerade kein Beitrag zum Klimaschutz.