Schleswig-Holstein

Bildhauer Freiesleben formt Nobelpreisträger nach

Mitten in der Lübecker Altstadt hat Bildhauer Bertrand Freiesleben vorübergehend sein Atelier aufgeschlagen. Er fertigt Porträtbüsten von Lübecker Nobelpreisträgern - Thomas Mann ist schon fertig, Willy Brandt ist in Arbeit. Günter Grass soll folgen.

Lübeck (dpa/lno) - Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein Bildhauer arbeitet, hat noch bis zum 24. Mai in Lübeck Gelegenheit, mehr darüber zu erfahren. Dort hat der Bildhauer Bertrand Freiesleben am Parkhaus St. Marien in der Altstadt vorübergehend sein Atelier aufgeschlagen. Passanten können dort zuschauen, wie Freiesleben aus Ton die Büsten der Lübecker Nobelpreisträger formt - aktuell ist Willy Brandt an der Reihe.

Von Thomas Mann hat er bereits fünf Büsten geformt, am Sonntag will der Künstler mit dem Konterfei von Günter Grass beginnen. «Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass haben für mich eine sehr positive Rolle gespielt, das möchte ich gerne weitergeben», sagte Freiesleben.

Der 54-Jährige arbeitet nach Bildvorlagen. Von jedem Nobelpreisträger entstehen mehrere Tonbüsten, die später zu Bronzegüssen verarbeitet werden. «Gezeigt werden die Ergebnisse meiner Arbeit bei der Lübecker Museumsnacht im Sommer,» sagte er. Die Aktion «Talking heads» ist noch bis zum 24. Mai täglich von 9.00 bis 21.00 Uhr zu sehen.

Der ungewöhnliche Standort auf dem Grundstück eines Parkhauses habe sich durch Zufall ergeben, sagte Freiesleben. «Ich habe in der Lübecker Innenstadt nach einem geeigneten Leerstand für mein Pop-Up-Atelier gesucht und bin schließlich auf das Parkhaus gestoßen» sagte der gebürtige Lübecker, der mittlerweile in Berlin lebt.

Mit der Resonanz auf sein Projekt, das am 1. Mai begonnen hat, ist Freiesleben bislang zufrieden. Besonders wichtig sei ihm der Kontakt zu Jugendlichen, sagte er. «Ich will zeigen, dass auch Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass einst Kinder waren, die die gleichen Sorgen und unzumutbare Aufgaben vor sich hatten wie unsere Kinder heute», sagte er.

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