Fehmarn

Aktionsbündnis: «Kampf gegen Ostseetunnel geht weiter»

Puttgarden (dpa/lno) - Auch 25 Jahre nach seiner Gründung will das «Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung» weiter gegen den geplanten Ostseetunnel kämpfen. Sein ursprüngliches Ziel, die Verbindung zu verhindern, sei zwar nicht erreicht worden, sagte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Hendrick Kerlen, am Freitag. Doch der Verein werde das Projekt weiter kritisch und mit viel Sachverstand begleiten.

Begonnen hat das Aktionsbündnis als Bürgerinitiative. Im Februar 1994 schlossen sich 20 Menschen von der Ostseeinsel Fehmarn, Unternehmen und Interessenverbände zum «Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung» zusammen. «Auslöser war ein Besuch einer kleinen Gruppe auf der Baustelle der Brücke über den Großen Belt zwischen den Inseln Seeland und Fünen», sagte Kerlen. Die Besucher seien entsetzt gewesen von dem, was sie dort gesehen hätten und hätte angefangen, die Menschen auf Fehmarn mit Infoständen und Unterschriftensammlungen zu informieren.

Inzwischen hat das Aktionsbündnis rund 430 Mitglieder und ist eine eingetragene Umwelt- und Naturschutzvereinigung. Unter den Mitgliedern sind Naturschützer, Landwirte, Vermieter von Ferienwohnungen, Campingplatzbetreiber, Einzelhändler, Gastronomen, Kapitäne und Politiker.

«Auch wenn wir den Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark bislang nicht verhindern konnten, haben wir doch zahlreiche Planänderungen durchsetzen können und eine erhebliche Verzögerung des Baubeginns erreicht», sagte Kerlen. Er ist seit 2014 Vorsitzender des Aktionsbündnisses.

Als der Staatsvertrag zwischen Dänemark und Deutschland im September 2008 unterzeichnet wurde, gingen die Beteiligten noch von einer Brücke aus, die 2018 eröffnet werden sollte. Inzwischen ist aus der Brücke ein Tunnel geworden, mit der Verkehrsfreigabe rechnen die Tunnelgegner frühestens 2028.

Gegen den Anfang 2019 erlassenen Planfeststellungsbeschluss haben das Aktionsbündnis, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sowie mehrere Kommunen und Reedereien vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt.

Auch der Gründungsvorsitzende Malte Siegert wertete die bisherige Arbeit des Bündnisses als Erfolg. «Es ist uns unter anderem gelungen, Bürger und Bürgermeister außerhalb Fehmarns für die Folgen des Tunnels zu sensibilisieren», sagte Siegert. «Angesichts der veränderten Verkehrsströme ist das Projekt heute noch viel überflüssiger als vor 25 Jahren.»