Schleswig-Holstein

Warnstreik und Demonstration der OVN-Busfahrer im Norden

Kiel (dpa/lno) - Die Fahrer des privaten Busgewerbes in Schleswig-Holstein haben am Dienstag ihren Warnstreik in der aktuellen Tarifauseinandersetzung fortgesetzt. Nach Angaben von Verdi-Sprecher Frank Schischefsky kamen 500 bis 600 Teilnehmer zu einer Demonstration in Kiel zusammen. «Wir sind mehr als zufrieden», sagte er. Die Busfahrer seien lautstark durch die Innenstadt gezogen und hätten auf Ihre Forderungen aufmerksam gemacht.

Die Gewerkschaft kritisiert das Angebot der Arbeitgeberseite als zu niedrig. Bei der letzten Verhandlungsrunde hatte der OVN kein neues Angebot vorgelegt. Schichefsky sagte, man wolle möglichst schon vor dem geplanten nächsten Termin am 10. Oktober wieder zusammenkommen, erwarte dann aber «ein ordentliches Angebot». Verhandelt wird für etwa 1900 Beschäftigte.

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Tarife von 1,95 Euro pro Stunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten, 1,95 Euro mehr für Werkstattmitarbeiter sowie die Übernahme des Jahresbeitrages einer Solidarkasse der Arbeitnehmerschaft.

Der OVN hatte nach eigenen Angaben ein Angebot unterbreitet, das die Inflation ausgleiche. Neben einem Inflationszuschuss in Höhe von 300 Euro beinhalte das Angebot bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent zum 1. Oktober, eine Erhöhung von 2 Prozent zum 1. Oktober 2023 sowie eine weitere Erhöhung zum 1. Oktober 2024. Vom OVN hieß es nach der letzten Verhandlungsrunden, es sei schwierig mit jemandem zu verhandeln, der an der Maximalforderung festhalte und jede Kompromissbereitschaft vermissen lasse.

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