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DAK: Zuckerkranke meiden in der Corona-Krise Behandlung

Kiel (dpa/lno) - In der Corona-Pandemie lassen sich nach Angaben der Krankenkasse DAK-Gesundheit weniger Zuckerkranke bei ihrem Arzt für ein Behandlungsprogramm einschreiben und riskieren dadurch Folgeerkrankungen. «Der Rückgang bei den Einschreibungen ist besorgniserregend», sagte Cord-Eric Lubinski, Leiter der DAK-Landesvertretung in Schleswig-Holstein, am Mittwoch in Kiel.

Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes reiche die normale Betreuung beim Arzt oft nicht aus. Daher gebe es Behandlungsprogramme, sogenannte Disease Management Programme (DMP). «Wenn die Patienten beim DMP nicht mitmachen, weil sie aus Angst vor Corona nicht in die Praxen kommen, dann riskieren sie mittel- bis langfristig schwere Folgeerkrankungen. Wir befürchten für die Zukunft eine spürbare Zunahme an Fußamputationen», sagte Lubinski. Fußamputationen sind extreme Spätfolgen einer Diabeteserkrankung. Menschen mit Diabetes gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts als Risikogruppe für schwere Corona-Verläufe.

Laut einer Sonderauswertung der DAK-Gesundheit in Schleswig-Holstein kamen im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast ein Sechstel (16 Prozent) weniger Patienten neu in ein strukturiertes Behandlungsprogramm für Diabetes mellitus. Im dritten Quartal waren es sogar 25 Prozent weniger und für das vierte Quartal 2020 rechnet die Kasse erneut mit einem besonders deutlichen Minus.