Leipzig

Ende des Kükentötens: Albrecht fordert verbindliche Frist

Kiel/Leipzig (dpa/lno) - Für das Ende des Kükenschredderns hat Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) eine verbindliche Frist gefordert. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes müsse der Bundesgesetzgeber jetzt ein solches Datum festlegen, sagte Albrecht am Donnerstag in Kiel. Bis dahin müssten die bereits vorhandenen Alternativen in der Praxis und in der Fläche real einsetzbar sein. «Die Lösung des Problems darf nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertagt werden», mahnte der Grünen-Politiker und fügte hinzu: «Dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz muss volle Geltung verschafft werden.»

Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht nur noch vorübergehend als zulässig eingestuft. Bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei dürften Brutbetriebe männliche Küken jedoch weiter töten, urteilte das Gericht in Leipzig am Donnerstag. (BVerwG 3 C 28.16 und 3 C 29.16)

Jedes Jahr werden in Deutschland laut Bundesagrarministerium rund 45 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet. Das Problem: Für die Produktion von Eiern werden Legehennen gezüchtet. Die Rassen sind drauf getrimmt, viele Eier in kurzer Zeit zu legen. Sie setzen kaum Fleisch an, so dass sie sich für die Mast nicht eignen. Männliche Tiere braucht man dagegen nicht. Weil man das Geschlecht bisher erst nach dem Schlüpfen erkennen konnte, werden die männlichen Küken vergast. Tierschützer kritisieren das heftig.