Glücksburg (Ostsee)

Gefährdete Zauneidechsen werden ausgewildert

Glücksburg (dpa/lno) - Biologen und Naturschützer haben am Montag auf der Halbinsel Holnis etwa drei Wochen alte Zauneidechsen ausgewildert. Die Stiftung Naturschutz siedelt die von der EU streng geschützten Reptilien wieder an, weil die Bestände der Zauneidechse in Schleswig-Holstein stark rückläufig sind, wie Janis Ahrens von der Stiftung Naturschutz sagte. Die Tiere brauchen seinen Angaben zufolge sandige Flächen für die Eiablage und Plätze, wo sie sich sonnen könnten. Davon gibt es in Schleswig-Holstein aber immer weniger, sagte Ahrens: Im 18. Jahrhundert waren 70 Prozent der Flächen Heidelandschaften, heute sind es noch 0,17 Prozent.

Auf der Halbinsel Holnis, die zu Glücksburg gehört, wurden daher Lebensräume so optimiert, dass die Zauneidechse wieder ausreichend gute Lebensbedingungen vorfindet. Dafür wurden unter anderem neue Rohbodenstellen als Eiablageplatz geschaffen und die unkontrolliert wuchernde Kartoffelrose zurückgedrängt.

Die kleinen Echsen wurden in einem Freilandterrarium gezüchtet. Zuvor wurden für die Wiederbesiedlung in Holnis und Gelting trächtige Zauneidechsen eingefangen und in die Aufzuchtstation gebracht, sagte Ahrens. Wenn sie ihre Eier gelegt haben, werden diese aus dem Sand gesiebt und in einem Inkubator «bebrütet». Dann werden die kleinen Tierchen «fett gefüttert» und in die Freiheit entlassen, wie Ahrens sagte. Auch die Elterntiere werden später wieder in ihre ursprünglichen Lebensräume zurückgesetzt.

Auch auf der Geltinger Birk und in Nordoe bei Itzehoe werden seit einigen Tagen junge Zauneidechsen im Rahmen eines EU-geförderten Projekts ausgesiedelt. Jeweils rund 50 geschlüpfte Jungeidechsen würden jährlich an den drei Standorten in die Freiheit entlassen, um neue überlebensfähige Populationen zu etablieren, wie die Biologin und Reptilienzüchterin Inken Schmersow sagte.