Kiel

Grote: Keine Erkenntnisse zu Absender der Drohschreiben

Kiel (dpa/lno) - Schleswigs-Holsteins Sicherheitsbehörden arbeiten im Fall der Drohschreiben mit mutmaßlich rechtsextremistischem Hintergrund mit dem Berliner Landeskriminalamt (LKA) zusammen. «Bis heute hat der Verfassungsschutz Schleswig-Holstein zu einer so genannten Nationalsozialistischen Offensive keine Erkenntnisse», sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Dieser Begriff kann auch führenden Aktivisten und Gruppierungen der rechtsextremistischen Szene in Schleswig-Holstein nach wie vor nicht eindeutig zugeordnet werden.»

Eine Bombendrohung für den Lübecker Hauptbahnhof hatte am Montag den Bahnverkehr im südöstlichen Schleswig-Holstein mehrere Stunden lang erheblich beeinträchtigt. Ein verdächtiger Gegenstand wurde aber nicht gefunden. In den vergangenen Wochen hatte es im Norden mehrfach Bombendrohungen gegen öffentliche Gebäude gegeben. Betroffen waren unter anderem Gerichte, Einkaufszentren und eine Arztpraxis.

Das Berliner LKA habe die Zuständigkeit übernommen, der Verfassungsschutz Schleswig-Holstein lege auf diese Vorgänge aber weiter besonderes Augenmerk, sagte Grote. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in 78 Fällen wegen Drohschreiben mit mutmaßlich rechtsextremistischem Hintergrund. Von der bundesweiten Serie seien Gerichte, Behörden, Anwaltskanzleien und Verlage betroffen, teilte die Behörde mit. Zuvor hatten «Süddeutsche Zeitung» und NDR über die Gewaltdrohungen berichtet, die mit «Nationalsozialistische Offensive», «NSU 2.0» oder «Wehrmacht» unterzeichnet worden seien.