Kiel

Kiel: Bei Corona-Ausbrüchen nicht nur Kreisebene sehen

Kiel (dpa/lno) - Regionale Corona-Ausbrüche sollten aus Sicht der schleswig-holsteinischen Landesregierung räumlich differenzierter betrachtet werden und nicht nur auf Ebene einzelner Landkreise bezogen. Dabei seien Ausreisebeschränkungen aus solchen Gebieten besser und sinnvoller als Beherbergungsverbote oder Quarantänelösungen, sagte Staatskanzleichef Dirk Schrödter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Letztere seien in der Vergangenheit nur uneinheitlich umgesetzt worden.

Schrödter zeigte sich zuversichtlich, dass die Länder gemeinsam mit dem Bund zu einer gemeinsamen Verständigung auf Reaktionen bei regionalen Corona-Ausbrüchen kommen werden. Wichtig sei ein zielgenaues und gleichgerichtetes Vorgehen. So müsse zügig durch umfassende Tests festgestellt werden, ob es sich um einen regional eingrenzbares Ereignis handelt oder um einen Ausbruch auf Ebene der Bevölkerung insgesamt. Im ersten Fall könnten erforderliche und von Behörden verhängte Maßnahmen schnell auch wieder zurückgenommen werden. «Dazu brauchen wir eine entsprechende erweiterte bundesweite Teststrategie.»

Anfang Mai hatten Bund und Länder vereinbart, dass Beschränkungen erlassen werden, wenn in einem Kreis binnen sieben Tagen die Zahl der Corona-Neuinfektionen den Grenzwert von 50 pro 100 000 Einwohner übersteigt. Jetzt plant die Bundesregierung ein zielgenaueres Durchgreifen bei regionalen Corona-Ausbrüchen. Dazu gab es am Montag eine Video-Schalte von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer. Ziel sei es, schneller zu reagieren und mehr zu testen. Auch über Ausreisebeschränkungen wurde diskutiert. Beschlüsse gab es dazu noch nicht.