Kiel

Kieler*innen und Antragsteller*in: Stadtverwaltung «gendert»

Kiel (dpa/lno) - «Sehr geehrte Damen und Herren» oder «Liebe Studentinnen und Studenten» - das war einmal. Die Stadt Kiel startet an diesem Mittwoch in ihrer Kommunikation eine neue sprachliche Ära: Der Sprachgebrauch werde die Gleichstellung aller Geschlechter zum Ausdruck bringen, kündigte die Stadt am Dienstag an. So werde bei Worten, die Personen beschreiben, das «Gendersternchen» genutzt (Kieler*innen, ein*e Antragsteller*in), falls das Neutralisieren (Teilnehmende, Leitung) nicht ausreicht.

Die Stadt berief sich auf einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017. Die Ratsversammlung hatte der Verwaltung danach den Auftrag erteilt, eine «gendergerechte» Sprache einzuführen. Betroffen ist der gesamte Schriftverkehr - von E-Mails über den Internetauftritt und Broschüren bis zu Drucksachen, Hausmitteilungen, Formularen und Briefen. Formulierungen wie «Sehr geehrte Anwesende», «Liebe Kieler*innen», «Verehrtes Publikum» oder «Liebe Lehrkräfte» gehören zu den Ergebnissen.