Kiel

Landesbeauftragter: Sechs Korruptionsverdachtsfälle

Kiel (dpa/lno) - Der Anti-Korruptionsbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein hat im ersten Halbjahr dieses Jahres sechs Verdachtsfälle an die Staatsanwaltschaft weitergereicht. Wie der Beauftragte Hans-Werner Rogge am Dienstag weiter mitteilte, waren bei ihm in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 26 Hinweise eingegangen und damit 5 weniger als im zweiten Halbjahr 2018.

In der Regel handelt es sich um Fälle, bei denen öffentliche Aufträge oder Vertragsgeschäfte ohne geforderte Ausschreibungen erteilt oder Vorteile kassiert wurden. Schwerpunkte sind Bau und Beschaffungswesen. Seit 2007 - damals wurde die Funktion geschaffen - bekam der Anti-Korruptionsbeauftragte 753 Hinweise. 416 davon wurden näher untersucht, 220 an die für Korruption zuständige Abteilung der Schwerpunktstaatsanwalt Kiel weitergeleitet.

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, das die Institution eines Anti-Korruptionsbeauftragten in ehrenamtlicher Funktion eingerichtet hat. Andere Länder setzen auf ein anonymisiertes elektronisches Informationssystem oder vertrauen auf anonyme Hinweise an die Ermittlungsbehörden.