Lübeck

Lebenslange Haft für mutmaßlichen Todesschützen gefordert

Lübeck (dpa/lno) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Bargteheide hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Der heute 37 Jahre alte Mann habe seine Ex-Freundin im August 2016 geplant und aus niedrigen Beweggründen mit drei Schüssen getötet, sagte Staatsanwalt Niels-Broder Greve. Der Angeklagte muss sich deshalb seit Januar wegen Mordes vor dem Landgericht Lübeck verantworten.

Der Gerüstbauer hatte bereits zu Prozessbeginn zugegeben, seine Ex-Freundin getötet zu haben. Die tödlichen Schüsse hätten sich jedoch aus Versehen gelöst, sagte er. Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Angeklagte die junge Frau in einen Hinterhalt lockte und tötete, weil sie sich von ihm getrennt hatte.

Der Prozess ist bereits der dritte Anlauf für die juristische Aufarbeitung der Tat. Der Mann war im November 2017 vom Landgericht Lübeck wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch wegen eines Formfehlers aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurückverwiesen. Ein erster Prozess gegen den 37-Jährigen war im Mai 2017 wegen der Erkrankung des Verteidigers geplatzt. Das Plädoyer der Verteidigung ist für den 27. Mai geplant. Das Urteil soll voraussichtlich am 6. Juni verkündet werden.