Lübeck

Lübecker Bürgerschaft will Rückkauf des Hafens beschließen

Lübeck (dpa/lno) - Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck berät am Donnerstagabend über den Rückkauf der Anteile an der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) vom Finanzinvestor Reef. Die Debatte werde in nicht-öffentlicher Sitzung stattfinden, deshalb könnten zum geforderten Preis und möglichen Gründen für den Verkauf keine Angaben gemacht werden, sagte eine Sprecherin der Hansestadt Lübeck.

Die Übernahme der Geschäftsanteile wäre nach Angaben der Hansestadt Lübeck ein klares Bekenntnis zur LHG. Damit verbunden sei die Erwartungshaltung, dass Geschäftsführung und Mitarbeitende gemeinsam weiterhin aktiv die Restrukturierung vorantreiben, Kosten optimieren und neue Marktsegmente akquirieren, sagte eine Sprecherin. Die Hansestadt habe ein erhöhtes Interesse an einer wirtschaftlich nachhaltigen Geschäftsentwicklung.

2008 hatte die Stadt 25,1 Prozent und 2017 weitere 12,1 Prozent der bis dahin rein städtischen Hafengesellschaft an Reef verkauft. Bereits Ende 2019 hatte das Tochterunternehmen der Deutschen Bank angekündigt, seine Anteile wieder verkaufen zu wollen, zunächst jedoch keinen Preis genannt.

Die LHG befindet sich seit 2018 in einem Umstrukturierungsprozess. Dafür verzichten die Beschäftigten noch bis Anfang 2022 auf insgesamt 17 Millionen Euro Gehalt und die Stadt Lübeck als Eigentümerin der Hafenflächen auf Pachtzahlungen in gleicher Höhe. Für Reef als Gesellschafter hat es nach Angaben der Stadt seit 2018 keine Gewinnausschüttungen gegeben.

Insgesamt zeigt der Umstrukturierungsprozess nach Angaben der Stadt Wirkung. So weise der LHG-Konzernabschluss für das Jahr 2020 einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 430.000 Euro aus, für 2021 werde ebenfalls mit einem positiven Jahresergebnis gerechnet, sagte die Sprecherin.

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