Lehmkuhlen

Mit Blei vergifteter Seeadler wieder gesund und ausgewildert

Kiel (dpa/lno) - Rund zwei Monate, nachdem ein mit Blei vergiftetes Seeadlerweibchen gefunden worden war, ist das Tier am Dienstag in der Nähe von Kiel wieder ausgewildert worden. Der Vogel war am 19. November stark lethargisch und mit nervösen Zuckungen am ganzen Körper am Boden gesichtet worden, wie der Wildpark Eekholt mitteilte. Vermutlich hatte es Reste von bleihaltiger Munition gefressen. Bernd Struwe-Juhl von der Projektgruppe Seeadlerschutz brachte das Tier in die zentrale Auffangstation für Seeadler im Wildpark Eekholt.

Der Blutbeiwert war nach Angaben des Wildparks deutlich erhöht. Winzige Bleipartikel wurden in einer Operation aus dem Magen des Seeadlers entfernt. Der Vogel musste täglich mit Medikamenten versorgt werden. Erst Anfang Januar sanken die Bleiwerte im Blut unter die toxische Grenze.

Die Seeadler-Experten von Projektgruppe und Wildpark machten anlässlich des Wiederauswilderns noch einmal auf die Problematik von Bleivergiftungen bei Seeadlern aufmerksam. Bleivergiftungen seien eine häufige Todesursache bei Seeadlern. Sie würden dadurch ausgelöst, dass die Adler Reste von bleihaltiger Jagdmunition mit der Nahrung aufnehmen. Zwischen 10 und 15 Prozent der aufgefundenen Seeadler in Schleswig-Holstein verenden den Angaben zufolge an einer Bleivergiftung. Sie appellierten an Jäger, keine bleihaltige Munition mehr einzusetzen.