Kiel

Seehofer und Grote unterzeichnen Vertrag für Ankunftszentrum

Kiel (dpa) - Die bisherige Landesunterkunft für Flüchtlinge im schleswig-holsteinischen Neumünster wird zum Ankunftszentrum. Damit erhält das Land Hilfe vom Bund, auch bei Abschiebungen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) unterzeichneten am Donnerstag am Rande der Innenministerkonferenz eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung. Schleswig-Holstein spare durch die Regelungen künftig etwa 1,5 Million Euro pro Jahr, sagte Grote. Schleswig-Holstein wird damit nach Einrichtungen in Bayern, Sachsen, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern das fünfte Bundesland, das ein «Ankerzentrum» oder eine vergleichbare Einrichtung betreibt, wo sich mehrere Behörden unter einem Dach um das Asylverfahren und Integrationsangebote kümmern.

Seehofer sagte, ihm komme es nicht auf den Begriff des Ankerzentrums an, sondern auf die Funktion. «Wir wollen damit die Asylverfahren sicherer machen und schneller vor allem.» Ziel sei eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern. «Wir haben den temporären Kontrollverlust längst überwunden.» Afghanistan nimmt derzeit pro Flug 50 Personen zurück. «Und das können wir noch ausweiten», sagte Seehofer. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums fliege in wenigen Tagen für Gespräche nach Kabul.

Bei Ankunftszentren ist die Bundespolizei für Abholungen von Menschen zuständig, die abgeschoben werden sollen. Dies betrifft aber nur sogenannte Dublin-Fälle, also Flüchtlinge, die nachweislich zuvor in einem anderen EU-Staat gewesen sind und dort Asylanträge stellen müssen. Der Bund konzipiert und finanziert zudem Sprach- und Orientierungskurse.