Kiel

Fraktionen: Kinder besser vor sexualisierter Gewalt schützen

Kiel (dpa/lno) - Die SPD hat ein Landespräventionsprogramm zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt gefordert. «Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung zählt zu den grundlegenden Aufgaben des Staates», sagte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tobias von Pein, der Deutschen Presse-Agentur. Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie müsse das Netz aus Prävention, Intervention und Hilfen für Kinder, Jugendliche und erwachsene Betroffene ausgebaut werden.

Auf Antrag der SPD wird der Landtag am Donnerstag über das Thema beraten. Die Sozialdemokraten fordern von der Landesregierung als ersten Schritt ein Präventionsprogramm in Höhe von 350 000 Euro. Damit sollen Projekte zur Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen gefördert werden.

Bei der CDU-Fraktion stieß der SPD-Antrag am Dienstag auf Verwunderung. Der Landtag befasse sich bereits seit längerem mit diesem Thema, sagte der CDU-Bildungspolitiker Tobias von der Heide dpa. «Angesichts dieser Tatsache ist der Antragstext der SPD zum kommenden Plenum sehr oberflächlich, ich würde sogar behaupten unterkomplex.» Klar sei, dass mehr für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt getan werden müsse.

«Die Schule ist dabei der richtige Ansatzpunkt, weil alle Kinder und Jugendlichen Schulen besuchen», sagte von der Heide. «Ähnlich wie in der Kita müssen wir uns darum kümmern, dass Lehrerinnen und Lehrer Anhaltspunkte für sexuelle Gewalt und andere Gewaltformen im familiären oder anderen Kontexten erkennen und tätig werden.» Neben mehr Prävention müsse die Aus-, Fort- und Weiterbildung angepasst werden. Nötig sei auch eine Änderung des Schulgesetzes.

Bereits am Mittwoch wird der Landtag bei der geplanten Verabschiedung des Haushalts auch über einen Antrag der Jamaika-Fraktionen entscheiden, wonach für Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in Schulen 140 000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. CDU, Grüne und FDP wollen mit 90 000 Euro die Präventionsarbeit des Petze-Instituts für Gewaltprävention stärken und 50 000 Euro für Schutzkonzepte an Schulen und die Arbeit an einem Leitfaden bereitstellen.

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